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Kötü Cocuk (2017)

Kötü Çocuk

Drama: Eine Jugendliche lässt sich auf ihrer neuen Schule mit einem Außenseiter ein, welcher bald Besitzansprüche stellt.
Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Die 17-jährige Kayla (Afra Saraçoglu) wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter Nazil (Tülin Özen) auf. Eines Tages tritt ihr Vater Vural (Sarp Akkaya), welcher damals vor Kaylas Geburt das Weite suchte, in Erscheinung: Vural ist inzwischen ein erfolgreicher Manager und möchte seine Tochter bei sich aufnehmen. Um Kayla eine sichere Zukunft zu ermöglichen, geht Nazil darauf ein. Widerwillig zieht Kayla zu ihrem Vater in die Stadt, um dort eine Eliteschule zu besuchen. Rasch weckt der Outsider Meriç (Tolga Sarıtaş) ihr Interesse: Dieser gehört zu einer kleinen Clique, die nicht aus reichem Hause stammt, sondern dank eines Stipendiums an der Schule ist. Gleich am ersten Tag bleibt Kayla dem Unterricht fern, um Meriç in ein dubioses Viertel zu begleiten. Während es Kayla zunächst nur darum geht, ihren Vater wütend zu machen, entwickelt sie bald tatsächlich zärtliche Gefühle für Meriç. Doch als es Kayla und Vural gelingt, allmählich eine Vater-Tochter-Beziehung aufzubauen, wird Meriç zunehmend besitzergreifender. Auch Kaylas Mitschüler Semih (Can Sipahi) – der Sohn eines Geschäftspartners von Vural – erregt die Eifersucht des jungen Mannes. Schließlich kommt Kayla Meriçs großem Geheimnis auf die Spur.

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Mit "Kötü Çocuk" hat der Regisseur und Drehbuchautor Yağız Alp Akaydın den gleichnamigen Roman von Büşra Küçük adaptiert. Erzählt wird vom coming of age der selbstbewussten Kayla und den Beziehungen, die diese zu ihrem bisher fremden Erzeuger sowie zu dem titelgebenden "bösen Jungen" Meriç aufbaut. Der Vater-Tochter-Handlungsstrang wird formelhaft, aber durchaus einfühlsam und obendrein unparteiisch geschildert, wodurch sowohl Kaylas Standpunkt als auch der des zu Wohlstand gekommenen Geschäftsmannes nachvollziehbar werden. Nicht zuletzt ist dies dem überzeugenden Spiel von Sarp Akkaya zu verdanken, der die Schuldgefühle eines lange Zeit abwesenden Vaters glaubhaft vermitteln kann.

Als Teenager-Romanze ist "Kötü Çocuk" weniger subtil; nicht immer trifft die Inszenierung den richtigen Ton und driftet zuweilen in den Abenteuer- und Liebes-Kitsch ab. Eine gewisse Kühnheit sowie einen hohen Unterhaltungswert kann man dem Werk allerdings kaum absprechen. Die Dialogduelle zwischen Kayla und Meriç – insbesondere in der Phase ihres Kennenlernens – haben Witz; überdies werden offensichtliche Parallelen zu US-Produktionen direkt von den Figuren thematisiert: So findet die High-Society-Jugendserie "Gossip Girl" über Geheimnisse, Intrigen und Lästereien an einer New Yorker Eliteschule ebenso Erwähnung wie die romantische Vampir-Geschichte "Twilight" und deren zentrales Paar Bella Swan und Edward Cullen, an deren Eigenschaften Kayla und Meriç in vielerlei Hinsicht angelehnt sind. Die Szenen zwischen den jungen, wilden Verliebten werden mal mit Rockmusik, mal mit Pop-Songs (etwa "It's a Lovely Day" von Erica Jennings) unterlegt; der Einsatz von Zeitlupe erhöht das Pathos noch zusätzlich. Das heruntergekommene Viertel, in welches Meriç Kayla zu Beginn mitnimmt, wirkt kulissenhaft; auch das abgelegene Landhaus, in das die beiden später entfliehen und das von Meriç als Atelier genutzt wird, ist mit seiner Vintage-Einrichtung sowie dem Kaminfeuer und Kerzenlicht fernab der Lebensrealität gestaltet. Auf dem Dach eines Hochhauses gelingen schöne Aufnahmen, als Kayla und Meriç dem Lärm der Stadt lauschen.

Während die von Afra Saraçoglu energisch verkörperte Kayla, die ihren eigenen Regeln folgt, eine sympathische Protagonistin für einen Beitrag zum türkischen Adoleszenzkino ist, bleibt Meriç eine allzu krude gezeichnete Figur: Der ruppige Außenseiter, der Kayla zunächst von sich fernhalten möchte und wie ein Action-Held zu kämpfen versteht, entpuppt sich nicht nur als Künstler, der an seinem persönlichen Rückzugsort Ölbilder malt, sondern auch als bedrohlicher Stalker, der zudem seine Herkunft verschweigt. Bedenklich ist, dass Meriçs besitzergreifendes Verhalten in einem allzu romantisierenden Licht präsentiert wird. Tolga Sarıtaş liefert in der Rolle indes eine solide Leistung.

Fazit: Ein Mix aus empathischem Vater-Tochter-Drama und übersteigert in Szene gesetzter Teenager-Liebesgeschichte, mit einer coolen Heldin und einem allzu überfrachteten love interest.




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Land: Türkei
Jahr: 2017
Genre: Drama
Kinostart: 26.01.2017
Regie: Yagiz Alp Akaydin
Darsteller: Tolga Saritas als Meriç, Afra Saraçoglu als Meriç
Verleih: AF Media

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