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Kritik: Deli Ask (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Deli Aşk" stammt von dem Regie-Duo Murat Dündar und Murat Kaman. Letzterer schrieb mit Emrah Kaman, der auch den Hauptpart verkörpert, das Drehbuch. Wie der Titel (zu Deutsch etwa: "verrückte Liebe") bereits vermuten lässt, befasst sich das Werk mit emotionalen Irrungen und Wirrungen. Skript und Inszenierung nutzen diese, um eine turbulente Komik zu entfachen. Dabei zünden bei Weitem nicht alle Gags; oft driftet der Film ins Klamaukige ab und mutet eher wie eine Sitcom an, die keiner großen Leinwand bedarf. Wenn der Protagonist Ekrem von einem Auto überrollt wird (natürlich ohne dabei ernsthaft verletzt zu werden) oder wenn der in seinem Heimatland äußerst populäre Schauspieler Zafer Algöz in Frauenkleidern auftritt, überwiegt der schrille Nonsens; manche Passagen sind eher enervierend als wirklich amüsant.

Zuweilen wartet "Deli Aşk" jedoch auch mit visuellen Einfällen (unter anderem einer "Top Gun"-Fantasiesequenz) auf; obendrein wird die Millionenstadt Adana in einigen eindrücklichen Aufnahmen festgehalten. Bemerkenswert ist zudem, dass mit diversen Gender-Klischees gebrochen wird – etwa in der Beziehung zwischen Ekrems Kollegen Fuat und dessen Partnerin Melodi (gespielt von Nilperi Şahinkaya, bekannt aus der Fernsehserie "Kiraz Mevsimi"). Gegen Ende lässt die RomCom sogar einen gewissen Meta-Humor durchblitzen, wenn sie auf die strengen Vorgaben des türkischen Kinos und die Funktionsweise des Liebesfilm-Genres eingeht. Im Gegensatz zu vielen US-Possen (zum Beispiel "Jack und Jill" mit Adam Sandler) sind im Drehbuch und dessen Umsetzung ein gewisses Maß an Herzblut sowie eine Sympathie für die handelnden Figuren zu finden. Dass sich die patente Zeynep in Ekrems Art zu lieben verliebt, ist eine recht interessante Idee für den Beginn einer love story.

"Deli Aşk" profitiert nicht zuletzt von der Unverwüstlichkeit, mit der Emrah Kaman ("Kaçma Birader") den Helden der Geschichte ausstattet. Ekrem ist gewiss eine Nervensäge, wird von Kaman aber mit Hingabe interpretiert. Pelin Akil ("Su ve Ateş – Wasser und Feuer") ist als Ekrems vermeintliche Traumfrau ebenso überzeugend wie Şafak Pekdemir ("Incir Reçeli 2") als Zeynep, die – wie man als Zuschauer_in rasch ahnt – die eigentlich Richtige für Ekrem ist.

Fazit: Sehr albern und überdreht, in Teilen allerdings auch clever und spürbar mit Herz gemacht: eine romantische Komödie mit charismatischem Hauptdarsteller.





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