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Free Speech (2017)

Free Speech Fear Free

Dokumentarfilm über die Redefreiheit und deren Bedrohung in verschiedenen westlichen Staaten.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Wie viel freie Meinungsäußerung ist erlaubt und wo sind deren Grenzen? Tarquin Ramsay geht diesen Fragen in seinem Debütfilm "Free Speech" nach. Der Brite hat seinen ersten Dokumentarfilm noch als Schüler, im Alter von 15 Jahren begonnen. Zunächst befragte er Mitschüler, Lehrer und Passanten, was diese unter Redefreiheit verstünden. Im Verlauf der Jahre erweiterte sich Ramsays Fokus, kamen Reisen nach Weißrussland, nach Deutschland, in die Niederlande und in die USA hinzu, während denen er Künstler wie den Schauspieler Jude Law, Journalisten, Internetaktivisten wie Wikileaks-Gründer Julian Assange, Whistleblower, Informatiker und Hacker zum Thema befragt hat.

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Free Speech


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Da sage noch einer, junge Menschen interessierten sich nicht für Politik! Tarquin Ramsay beweist das Gegenteil und rückt sich selbst, seine Gedanken und den Prozess des Filmemachens dicht ans Zentrum seiner Dokumention. Die kreist um das Thema Meinungsfreiheit, das Ramsay fünf Jahre lang beschäftigt hat. Das Ergebnis ist ein bisschen wie Ramsay selbst, der im Alter von 15 Jahren mit den Dreharbeiten begann: emotional, stets ein wenig polemisch und unstrukturiert.

Ramsays Film ist wichtig und angesichts der gegenwärtigen Weltlage – von Moskau über Ankara bis nach Washington D.C. – auch nötig. Ein bedeutendes Thema macht aber noch keinen guten Film. In seiner ersten Hälfte bleibt "Free Spech" zu abstrakt, spricht Dinge an und wirft Fragen auf, die im Anschluss unbeantwortet bleiben, auch weil Ramsay immer wieder abrupt neue Aspekte anschneidet und dabei vom Hundertsten ins Tausendste kommt, ohne vorab die Grundlagen erklärt zu haben.

Woran es Ramsays ambitioniertem Debüt vor allem fehlt, sind konkrete Beispiele, die die Bedrohung der Meinungsfreiheit in den westlichen Industrienationen veranschaulichen. Hier lässt der Regisseur seinen Interviewpartner – sicherlich auch seiner Unerfahrenheit geschuldet – zu viele nichtssagende Allgemeinplätze durchgehen, anstatt nachzuhaken. Andere lässt er unwidersprochen wild spekulieren. Erst gegen Ende, als er fragt, weshalb, wodurch und wie die Redefreiheit in Gefahr geraten könnte oder längst geraten ist, wird "Free Speech" erhellend.

Fazit: Tarquin Ramsay legt mit seinem ersten Dokumentarfilm ein wildes, lautes, manchmal ein wenig zu polemisches Plädoyer für die Redefreiheit vor. Angesichts seines jungen Alters ist das entschuldbar. Im Kern trägt "Free Spech" ein wichtiges Thema, dessen Umsetzung ist allerdings deutlich ausbaufähig.




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Land: Großbritannien
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Länge: 80 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 01.06.2017
Regie: Tarquin Ramsay, Jörg Altekruse
Darsteller: Jacob Appelbaum, Julian Assange, Diani Baretto
Verleih: Real Fiction

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