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Nur ein Tag (2017)

Vom Theaterstück über das Hör- und Kinderbuch zum Film: Autor Martin Baltscheit hat seine Fabel über Leben, Tod und Glück selbst fürs Kino adaptiert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Das Leben läuft gut für das Wildschwein (Aljoscha Stadelmann) und den Fuchs (Lars Rudolph). Mit frischgebackenen Trüffelpuffern sitzen die beiden vor ihrer Hütte am See und lauschen im Radio dem Waldfunk, während der Fuchs davon träumt, eine eigene Trüffelpufferbude zu eröffnen. Wenn nur nicht dieser eine Tag im Jahr wäre! Der Tag, an dem die Eintagsfliegen schlüpfen. Denn als das hübsche Insekt (Karoline Schuch) erst einmal auf der Welt ist, stehen Fuchs und Wildschwein vor einem Problem. Wer soll der frisch Geschlüpften, die sich selbst für eine Maifliege hält, beibringen, dass ihr Leben früher als gedacht zu Ende gehen wird? Also behauptet das Wildschwein in seiner Not kurzerhand, der Fuchs hätte nur noch einen Tag zu leben. Um dem Fuchs so viel Glück wie möglich zu bescheren, beschließt die Fliege, alle wichtigen Wegmarken bis zum Abend abzuschreiten: vom Schulunterricht und der Gänsejagd über eine Heirat und das Kinderkriegen bis zur Geburtstagsparty für den Fuchs.

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Martin Baltscheit feiert mit "Nur ein Tag" sein Kinodebüt. Das 1965 geborene Multitalent ist Autor, Illustrator, Sprecher, Hörspielautor und Theaterregisseur und hat sein 2010 geschriebenes Stück nun selbst verfilmt. Wie auf der Theaterbühne lässt Baltscheit die Tiere seiner Fabel auch auf der Leinwand von Menschen spielen. Dieser Trick, wie Baltscheit es nennt, ist nicht neu, wurde beispielsweise bei diversen Umsetzungen von Kenneth Grahames "Der Wind in den Weiden" angewandt. Ins deutsche (Kinder-)Kino bringt dieser Ansatz aber den so häufig vermissten frischen Wind.

Auch visuell lässt sich der gebürtige Düsseldorfer einiges einfallen. Gleich zu Beginn fängt Baltscheits Kameramann Olaf Hirschberg den Wald und seine Bewohner in leuchtenden Detailaufnahmen ein, wie der Film insgesamt wunderbar ausgeleuchtet ist und durch seine kräftigen Farben besticht. Ungeschnittene Szenenübergänge in neue Sets sind ebenso verspielt wie die beschwingten Jazzklänge, die den Film auf der Tonspur vorantreiben. Was die formale Experimentierfreude angeht, ist Baltscheit von ähnlich lebenslustigen Werken wie etwa denen Emir Kusturicas noch ein gutes Stück entfernt.

Auch wenn die Schauspieler wiederholt etwas zu sehr wie auf der Theaterbühne agieren, in erster Linie für den Film zu unnatürlich intonieren, ist Martin Baltscheit eine beeindruckende Fabel über das Leben, den Tod und die Suche nach dem Glück gelungen. "Nur ein Tag" vermittelt seinen schwierigen Stoff nicht nur einfühlsam und kindgerecht, sondern auch erstaunlich leicht und dürfte damit auch so manchen Erwachsenen zum Nachdenken anregen.

Fazit: Regisseur Martin Baltscheit gelingt in seinem Kinodebüt ein verspielter und kindgerechter Ansatz für ein schwieriges Thema. So untrennbar wie Tod und Leben zusammengehören, gehen bei Baltscheit Melancholie und lebensbejahende Leichtigkeit Hand in Hand. "Nur ein Tag" wird nicht nur Kindern gefallen, sondern auch manche Erwachsene zum Nachdenken anregen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Kinderfilm
Länge: 76 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 29.06.2017
Regie: Martin Baltscheit
Darsteller: Karoline Schuch als Eintagsfliege, Anke Engelke als Zweite Eintagsfliege, Lars Rudolph als Fuchs
Verleih: W-Film

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