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Paris kann warten (2017)

Bonjour Anne

Besser spät als nie: 25 Jahre nach ihrem ersten Dokumentarfilm gibt Eleanor Coppola mit einem romantischen Roadmovie ihr Spielfilmdebüt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
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Anne Lockwood (Diane Lane) wünscht sich ein paar entspannte Tage in Paris mit ihrem Ehemann Michael (Alec Baldwin). Doch im turbulenten Leben des Hollywoodproduzenten ist an Urlaub nicht zu denken. Statt von den Filmfestspielen im südfranzösischen Cannes direkt in die Hauptstadt zu reisen, nimmt Michael per Privatjet einen Umweg über Budapest und schickt seine Frau, da sie an Ohrenschmerzen leidet, allein voraus.

Doch der gestresste Ehemann hat die Rechnung ohne seinen französischen Geschäftspartner Jacques (Arnaud Viard) gemacht. Der muss ebenfalls nach Paris, nimmt Anne in seinem alten Cabrio mit und dabei so manchen Umweg. Jede Stunde macht Jacques Rast, um sich die Beine an einer Tankstelle oder der nächsten atemberaubenden Sehenswürdigkeit zu vertreten. Für gutes Essen legt er schon mal eine extra Übernachtung ein. Und Zeit für Schmeicheleien bleibt während dieser entschleunigten Fahrt natürlich ausreichend.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Eleanor Coppola lässt sich Zeit. Ihren ersten, gemeinsam mit ihren Koregisseuren Fax Bahr und George Hickenlooper erstellten Dokumentarfilm hat sie im Alter von 55 Jahren vorgelegt. Ihr erster Spielfilm ließ weitere 25 Jahre auf sich warten. Darin muss nicht nur die weibliche Hauptfigur Anne Lockwood (Diane Lane), sondern auch das Publikum viel Geduld mitbringen. Denn Coppola erzählt den ungewollten Roadtrip der US-Amerikanerin mit dem Franzosen Jacques (Arnaud Viard) so wunderbar entschleunigt, als sei dieser Film aus der Zeit gefallen.

"Reise ins Herz der Finsternis" ist der deutsche Titel von Coppolas erstem Dokumentarfilm. Er begleitet die desaströsen Dreharbeiten des Kriegsfilms "Apocalypse Now" (1979) ihres berühmten Ehemanns Francis Ford Coppola. Und auch in Eleanor Coppolas erstem Spielfilm geht es um eine Reise und all die Unwägbarkeiten und Umwege, die an deren Ziel führen. Was "Paris kann warten" positiv von vergleichbaren romantischen Komödien wie etwa Lawrence Kasdans "French Kiss" (1995) abhebt, ist die Beiläufigkeit des Erzählens. Zwar kommt auch Coppola nicht um das Klischee der prüden Amerikanerin und des französischen Lebemanns herum, trägt es aber bei Weitem nicht so plakativ vor sich her.

Coppolas ruhiger Erzählrhythmus hat Methode, um ihre Figuren besser zu verstehen. Schließlich erzählt die Regisseurin von zwei in Liebesdingen Verwundeten, die sich einander nicht jugendlich ungestüm, sondern ebenso behutsam nähern, wie Coppola die mehrgängigen Menus, die die beiden während ihrer Reise zu sich nehmen, auf der Leinwand ausbreitet. Das mag einigen zu fad erscheinen, hat dank einer Prise Lebenslust und einer Prise Lebensnähe aber genau die richtige Würze.

Fazit: Für "Paris kann warten" müssen die Zuschauer viel Geduld mitbringen. Wer sich auf Eleanor Coppolas ruhigen Erzählrhythmus einlässt, wird mit einer charmanten Romanze belohnt, die trotz manch brüllender Klischees auf leise Zwischentöne setzt.




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Land: Frankreich
Jahr: 2017
Genre: Komödie
Länge: 92 Minuten
Kinostart: 13.07.2017
Regie: Eleanor Coppola
Darsteller: Diane Lane als Anne, Alec Baldwin als Michael, Arnaud Viard als Jacques
Verleih: Tobis Film

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