oder

Mein neues bestes Stück (2017)

Si j'etais un homme

In dieser Rollentausch-Komödie wacht eine Architektin eines Morgens mit einem Penis auf und beginnt schon bald, wie ein Mann zu fühlen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Architektin Jeanne (Audrey Dana) hat sich entschlossen, den Männern erst einmal abzuschwören. Kein Wunder, schließlich hat sich ihr Mann wegen einer Anderen gerade erst von ihr getrennt. Und zu allem Überfluss auch noch das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder zugesprochen bekommen. Ihrer Ansicht nach haben Männer dem weiblichen Geschlecht gegenüber ohnehin einen gewaltigen Vorteil: das Geschlechtsteil. Eines Nachts geschieht das Unmögliche. Zwischen den Beinen von Jeanne ist doch tatsächlich ein Penis gewachsen. Nicht nur sie selbst kann es nicht glauben, auch ihr Gynäkologe Dr. Pace (Christian Clavier) weiß keinen Rat. Also muss sich die Enddreißigerin wohl oder übel erst einmal mit ihrem neuen Geschlecht arrangieren. Allmählich beginnt Jeanne, wie ein Mann zu denken, zu fühlen und zu handeln.

Bildergalerie zum Film

Mein bestes StückMein neues bestes StückMein neues bestes StückMein neues bestes StückMein neues bestes StückMein neues bestes Stück


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

"Mein neues bestes Stück" ist ein echtes Herzensprojekt von Schauspielerin Audrey Dana. Die gelernte Theaterschauspielerin übernahm nicht nur die Hauptrolle sondern führte auch Regie und schrieb das Drehbuch dieser Rollentausch- und Verwechslungskomödie. Nach "French Women" (2014) ist es die zweite Regie-Arbeit für die Tochter eines tunesischen Journalisten. Vor ihrer Filmkarriere, arbeitete Dana vor allem fürs Theater. Zuerst einige Jahre in New York, bevor sie in ihre französische Heimat zurückkam und auf Pariser Bühnen zu sehen war. Seit 2006 widmet sie sich verstärkt dem Medium "Film".

Mit Geschlechterrollen und Gender-Klischees wusste Regisseurin und Hauptdarstellerin Dana bereits in ihrem Regie-Debüt "French Women" gekonnt zu spielen. In Sachen Schenkelklopfer-Witz und Hau-Drauf-Humor hielt sich der Film noch ein wenig zurück, was man von "Mein neues bestes Stück" nicht wirklich behaupten kann. Subtil und unterschwellig geht anders. Weiß man vorher, was einen erwartet – nämlich ein zu weiten Teilen lauter und schriller Genderswitch-Ulk – und stört man sich zudem nicht an der reichlich realitätsfernen und im Kern dämlichen Prämisse, bietet "Mein neues bestes Stück" immerhin jedoch kurzweilige, vergnügliche Unterhaltung.

Das liegt in erster Linie an der spielfreudig agierenden Audrey Dana und ihrem dann doch überraschend oft gut gelungenen Versuch, Geschlechter-Stereotype zu mixen. Und diese gehörig auf den Kopf zu stellen bzw. ins Gegenteil zu verkehren. So wird "Mein neues bestes Stück" u.a. von Frauen bevölkert, die sich scheinbar wie selbstverständlich auf die Suche nach kurzen Affären und One Night Stands begeben oder von bemitleidenswert verzweifelten, allein erziehenden Männern, die von ihren Frauen sitzen gelassen wurden.

Diese "Umkehrung" lässt Dana dann aber wiederum auf altbekannte Rollenbilder und gemeinhin "typisch" männliche oder weibliche Verhaltensmuster treffen. Etwa, wenn im Film selbstverliebte, sich den Frauen stets überlegen fühlende Womanizer auf unsichere, schüchterne Mauerblümchen treffen. Die starke Frauenfigur der Jeanne vereint dabei gewisser maßen all diese Schemata und Charakteristika in sich. Und dies zeigt sich auch anhand ihres Verhaltens, was mit die komischsten Momente im Film nach sich zieht. Einfach deshalb, weil sie schlicht so ungewohnt und fremdartig wirken und anmuten: z.B. wenn ausnahmsweise mal die Frau im Stehen ihr Geschäft verrichtet oder Jeanne ihren Spaß daran hat, andere Frauen ganz offensiv und selbstbewusst, zu umwerben. In diesen Szenen ist der immer wieder auch ins Klamaukige abdriftende Film am Stärksten.

Fazit: Trotz eines hohen Klamauk-Anteils und einer weit hergeholten Grundprämisse, eignet sich "Mein neues bestes Stück" in jedem Fall für einen kurzweiligen, vergnüglich-amüsanten Kino-Abend. Der Film spielt gekonnt mit gängigen Rollenbildern und Geschlechterklischees.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Mein neues bestes Stück

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Frankreich
Jahr: 2017
Genre: Komödie
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 08.06.2017
Regie: Audrey Dana
Darsteller: Audrey Dana als Jeanne, Christian Clavier als Docteur Pace, Eric Elmosnino
Verleih: Concorde

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Die Mumie mit Sofia Boutella
News
Deutsche Filmstarts: "Die Mumie" gruselig schlecht
Ethan Hawke brilliert als Chet Baker




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.