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Die Misandristinnen (2016)

The Misandrists

Radikaler Feminismus: Der kanadische Undergroundfilmer Bruce LaBruce schwankt in seinem jüngsten Streich zwischen politischem Kino und peinlicher Farce.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
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Isolde (Kita Updike) ist neu bei der Female Liberation Army (FLA), die sich 1999 auf einem abgeschiedenen Landgut irgendwo in Deutschland auf den Umsturz des Patriarchats und eine neue weibliche Weltordnung vorbereitet. Nach außen ist die kleine Terrorzelle als von Nonnen geleitetes Internat für schwer erziehbare Mädchen getarnt. Dort werden Isolde und sieben weitere junge Frauen unter den strengen Augen der "Großen Mutter" (Susanne Sachße) tagsüber in Feminismus unterrichtet. Nachts gehen sie der freien Liebe nach.

Mit einem von den Schülerinnen Ursula (Serenity Rosa) und Antje (Sam Dye) gedrehten feministischen Porno soll die Revolution beginnen. Das Vorhaben gerät in Gefahr, als Isolde den verletzten linksradikalen Soldaten Volker (Til Schindler) im Keller des Internats versteckt. Unvermittelt steht ein Polizist (Dominik Hermanns) vor der Tür. Und Isolde hat ein weiteres Geheimnis, das die Welt der eingeschworenen Truppe ins Wanken bringen könnte.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Der 1964 in Kanada geborene Regisseur, Fotograf und Autor Bruce LaBruce ist einer der wichtigsten Vertreter des (New) Queer Cinema. Seine filmischen Arbeiten, die regelmäßig bei der Berlinale laufen, fordern ihr Publikum durch ihre Mischung aus preiswertem Independent-Look und expliziter Pornoästhetik heraus. Das brachte ihm wahlweise die Beinamen "Post-Pornograf" und "Politpornograf" ein. "Die Misandristinnen" wird beiden gerecht. Die pornografischen Mittel transportieren ein weiteres Mal die politische Botschaft, wirken dabei aber, wie der Rest des Films, reichlich überholt.

LaBruce hat seinen Film gleichermaßen als "Satire und Kritik an der radikalen Linken und den Feministinnen der zweiten Welle" sowie als "Feier auf die Ideale des Feminismus" bezeichnet. Nur geht das eine mit dem anderen nie richtig zusammen. Das ist zwar stellenweise durchaus amüsant. Die bewusst trashige Handlung, die Künstlichkeit des meist miserablen Schauspiels und eine permanente Überzeichnung auf allen inhaltlichen wie formalen Ebenen ziehen aber nicht nur die radikalen Linken und die Feministinnen, sondern auch deren Ideale ins Lächerliche.

La Bruce befördert dies, indem er sowohl feministische als auch lesbische Klischees bedient, aber nur manche davon ironisch bricht. All seine Figuren sind dürftig konstruiert, deren Charaktertiefe bleibt ebenso behauptet wie die Radikalität seiner Mittel. Statt echter Menschen mit Gedanken und Gefühlen begegnet das Publikum Prototypen einer wie am Reißbrett entworfenen Vielfalt, die beständig Politisches und Philosophisches postulieren. Das macht "Die Misandristinnen" letztlich zu einem unentschlossenen filmischen Thesenpapier, das im Jahr 2017 ziemlich altbacken wirkt.

Fazit: Bruce LaBruce bleibt seinem Stil treu. Auch "Die Misandristinnen" mischt Elemente des Independent-Kinos mit Trash und (schwuler) Pornografie. Das mag zartbesaitete Gemüter auch im 21. Jahrhundert noch gehörig schockieren. Frisch und radikal war das schon gestern nicht mehr. Für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Idealen des Feminismus nimmt sich "Die Misandristinnen" selbst nicht ernst genug.




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Land: Deutschland
Jahr: 2016
Genre: Drama
Länge: 91 Minuten
Kinostart: 02.11.2017
Regie: Bruce La Bruce
Darsteller: Til Schindler, Susanne Sachse, Kembra Pfahler
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH

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