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Ein Dorf sieht schwarz (2016)

Bienvenue à Marly-Gomont

Gesellschaftskomödie: Eine Arztfamilie zieht von Afrika in die französische Provinz und muss sich hier mit allerlei rassistischen Vorurteilen herumschlagen.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Mitte der 1970er: Der aus dem Kongo stammende Seyolo Zantoko ist nun offiziell Arzt und freut sich schon auf seine berufliche Zukunft. Da kommt ihm das Angebot des Bürgermeisters von Marly-Gomont, einer kleinen Gemeinde im Norden Frankreichs, gerade recht. Seyolo soll hier die Rolle des Dorfarztes übernehmen und die medizinische Versorgung der Landbevölkerung sicherstellen. Ohne zu zögern, sagt der Doktor zu und lässt seine Familie aus Afrika anreisen, die schon von Paris träumt. Die Realität in der kleinen Ortschaft sieht allerdings anders aus: Statt auf Großstadt-Flair und kosmopolitische Bürger treffen die Zantokos auf Landluft und rassistische Vorurteile. Nur langsam und mit vielen Missverständnissen kommen sich die Neuankömmlinge und die alteingesessenen Einwohner von Marly-Gomont näher und entdecken im Zusammenleben schließlich sogar eine große Chance.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Mit seinem Ansatz, soziale Spannungen in Form einer Feel-Good-Komödie aufzulösen, steht der Regisseur Julien Rambaldi im zeitgenössischen französischen Kino selbstverständlich nicht alleine da. Die Reihe von Filmen, die auf ähnliche Weise sanft Gesellschaftskritik üben und dabei harmlosen Spaß mit dramatischen Momenten verknüpfen, ist mittlerweile kaum noch überschaubar. Man könnte von einem bewährten Rezept sprechen, das sowohl bei Kritikern wie auch an der Kinokasse für Erfolge sorgt.

Auch Rambaldis Überraschungshit macht da keine Ausnahme und bleibt der Erfolgsformel in jeglicher Hinsicht treu. Überraschungen oder neue Einsichten hat "Ein Dorf sieht schwarz" zwar nicht zu bieten, dafür aber jede Menge Charme. Das ländliche, etwas spröde anmutende Setting trifft hier auf buntes 70er-Jahre-Flair und die Lebensfreude der afrikanischen Protagonisten.

Einen Zusammenprall der Kulturen möchten Rambaldi und sein Drehbuchautor Benoît Graffin allen Gegensätzen, die die Handlung bestimmen, jedoch nicht auslösen. Die Figurenzeichnung bleibt bodenständig und ist bei aller Freude an der Überspitzung doch immer an Lebensnähe interessiert.

Das ist mitunter bedauerlich, denn ein wenig mehr Exzess und Wagemut hätten der gediegenen Produktion doch gut getan. Solides Handwerk, gute Absichten sowie überzeugende Darsteller sorgen so lediglich für eine unterhaltsame Komödie ohne wirkliche Höhepunkte. Einige Plattitüden sowie die nicht ganz gelungene deutsche Synchronisation trüben den Spaß zudem zusätzlich.

Fazit: "Ein Dorf sieht schwarz" ist eine solide inszenierte Komödie, wie man sie in diesen Tagen aus Frankreich kennt. Sanfte Gesellschaftskritik, harmlose Gags sowie einige dramatische Momente verknüpfen sich hier zu einem unterhaltsamen Film ohne wirkliche Höhepunkte. Der Charme macht dabei zwar die Vorhersehbarkeit der Handlung wett, die schwache deutsche Synchronisation trübt den Spaß allerdings doch ein wenig.




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Land: Frankreich
Jahr: 2016
Genre: Komödie
Länge: 96 Minuten
Kinostart: 20.04.2017
Regie: Julien Rambaldi
Darsteller: Marc Zinga als Seyolo Zantoko, Aïssa Maïga als Anne Zantoko, Bayron Lebli als Kamini Zantoko
Verleih: Prokino

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