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Das ist unser Land!
Das ist unser Land!
© Alamode Film © Die FILMAgentinnen

Das ist unser Land! (2017)

Chez nous

Politdrama über eine junge Französin, die für eine rechtsextreme Partei kandidiert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Pauline (Émilie Dequenne) arbeitet als Krankenschwester in einer Provinzstadt im Norden Frankreichs. Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder wird täglich mit sozialen Missständen konfrontiert und hat die wirtschaftliche Talfahrt der Region miterlebt. Der Arzt Dr. Berthier (André Dussollier), mit dem Pauline beruflich zu tun hat, überredet sie, bei der Bürgermeisterwahl zu kandidieren, und zwar für die Nationale Volksbewegung. Die Partei brauche volksnahe, junge Menschen wie sie, die etwas bewirken wollten und die wüssten, wo die Leute der Schuh drückt, sagt er. Pauline, die sich eigentlich als unpolitisch begreift und deren Vater Kommunist ist, zögert.

Doch auch die charismatische Parteichefin Agnès Dorgelle (Catherine Jacob) umwirbt Pauline und beeindruckt sie mit ihren populistischen Parolen. Pauline kandidiert und handelt sich ungeahnte Probleme ein. Sie dient auf Wahlplakaten als junges Gesicht neben Agnès Dorgelle, hat aber keinen Einfluss auf die politischen Inhalte. Und plötzlich nimmt Dr. Berthier Anstoß an ihrem neuen Freund Stanko (Guillaume Gouix), den er aus alten Zeiten kennt und mit dem die Partei nicht in Verbindung gebracht werden will.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der belgische Regisseur Lucas Belvaux präsentiert ein spannendes Politdrama, das sich mit dem Phänomen des französischen Rechtspopulismus auseinandersetzt. Die junge Hauptfigur Pauline kandidiert im Norden Frankreichs bei den Kommunalwahlen für eine fiktive Partei namens Nationale Volksbewegung. Es besteht kein Zweifel, dass mit dieser Partei und ihrer blonden Vorsitzenden Agnès Dorgelle auf den Front National und seine Chefin Marine Le Pen angespielt wird. Belvaux schildert die Ränke und Machenschaften der Strippenzieher, die für Dorgelle im Hintergrund tätig sind und zeigt dabei auf, dass die demokratische Volksnähe, die sich die Partei auf die Fahnen schreibt, nur Fassade ist.

Belvaux richtet einen sehr kritischen, wachsamen Blick auf verschiedene Ausprägungen von Nationalismus. Einmal hält Agnès Dorgelle eine Rede, in der sie sich brüstet, die Partei kämpfe im Namen des Volkes dagegen, dass sich das Land in ein Kalifat verwandele. Dann singt das Publikum die Nationalhymne, deren martialischer Text in diesem Zusammenhang sehr befremdlich wirkt. Die rechtsradikale Partei steht mit ihren ausländerfeindlichen Ansichten und Ressentiments tatsächlich nicht im sozialen Abseits, selbst in Paulines Freundeskreis gibt es Menschen, die diese Meinungen teilen. Darüber zerbrechen Freundschaften, das politische und soziale Klima wird aggressiv.

In spannendem Kontrast zu dieser Entwicklung steht Paulines naiver Glaube, dass die Partei weder links noch rechts steht, sondern für Frankreich eintritt – für Arbeit und bessere Lebensbedingungen. Dabei wäre Wachsamkeit besonders wichtig, weil das rechtsextreme Milieu bestens vernetzt ist und der honorige Dr. Berthier beispielsweise Verbindungen zu Neonazi-Schlägern unterhielt, solange sie ihm nützlich waren.

Der charmante André Dussollier schlüpft hier als rechtsextremer Strippenzieher in eine ungewohnte Rolle. Sein Charakter des angesehenen, erfolgreichen Arztes, der insgeheim ein berechnender Machtmensch und Ideologe ist, wirkt sehr authentisch. Was ein wenig zu kurz kommt in diesem betont realistischen Film, sind die Ziele Paulines. Auch wenn sie die Kandidatur eher aus Neugier annimmt, denn aus Überzeugung, müsste sie doch bald erkennen, mit wem sie sich eingelassen hat. Belvaux aber wollte an dieser Figur wohl demonstrieren, wie leicht die Arglosigkeit und Heimatliebe ganz normaler Menschen instrumentalisiert werden kann.

Fazit: Das Politdrama von Lucas Belvaux setzt sich kritisch und differenziert mit den Machenschaften einer populistischen rechtsradikalen Partei in Frankreich auseinander, die deutlich auf Marine Le Pens Front National anspielt. Die spannende Geschichte einer naiven jungen Parteikandidatin demonstriert exemplarisch, wie die Strippenzieher aus dem rechtsextremen Milieu Menschen mit vollmundigen Parolen umgarnen und deren wirtschaftliche Sorgen für ihre Zwecke instrumentalisieren. Es gelingt diesem realistischen, aufklärerischen Film, Kopf und Gefühl gleichermaßen anzusprechen.




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Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 2017
Genre: Drama
Länge: 117 Minuten
Kinostart: 24.08.2017
Regie: Lucas Belvaux
Darsteller: Emilie Dequenne als Pauline Duhez, Andre Dussollier als Philippe Berthier, Guillaume Gouix
Verleih: Alamode Film, Die FILMAgentinnen

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