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Offline - Das Leben ist kein Bonuslevel
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© barnsteiner-film

Offline - Das Leben ist kein Bonuslevel (2016)

Romantisch angehauchte Komödie über die Abenteuer zweier junger Videospiel-Fans in der realen Welt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse ??? / 5

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Der Gymnasiast Jan (Moritz Jahn) interessiert sich nur noch für das Fantasy-Computerspiel "Schlacht um Utgard". Darin hat es sein Avatar, der tapfere Krieger Fenris, schon weit gebracht. Nun steht das große Turnier "Ragnarök" bevor, bei dem Fenris gute Chancen hat. Aber dann hackt ihm ein rivalisierender Spieler, der sich wie sein Avatar Loki (Hannes Wegener) nennt, den Computer und das Handy. Nun hat Jan keinen Zugriff mehr auf Fenris und die von ihm alarmierte Polizei kann ihm auch nicht helfen.

Selbst an der Rezeption des Spielherstellers will man Jan mit einem Formular abspeisen. Aber dort lernt der Schüler die Person kennen, die sich hinter Fenris' schlagkräftigem Teamkameraden für "Ragnarök" verbirgt: Zu seiner Überraschung ist sie ein vorlautes, selbstbewusstes Mädchen namens Karo (Mala Emde). Gemeinsam bahnen sie sich ihren abenteuerlichen und trickreichen Weg zu Lokis Wohnort in den Wäldern. Unterwegs kommen sich Jan und Karo allmählich näher, aber dann macht Loki dem Jungen ein verlockendes Angebot.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Viel wird über Jugendliche geklagt, die sich lieber in der virtuellen Welt ihrer Computerspiele tummeln, als in der realen. Der Debüt-Kinofilm von Regisseur Florian Schnell prangert dieses Phänomen nicht warnend an, sondern schlägt einen ganz anderen, sehr originellen Weg ein: Er versetzt sich humorvoll in die Gedanken- und Erlebniswelt jugendlicher Gamer, die immer aufs nächste Online-Turnier hinfiebern. Und die sich in allen erdenklichen Situationen des wirklichen Lebens fragen, was jetzt wohl ihr Avatar tun würde. Diese Komik hat zwar einen satirischen Einschlag, sympathisiert aber dennoch mit den Protagonisten. Die Vermischung von Wirklichkeit und Game-Szenario in der Fantasie des jungen Helden Jan wird mit pfiffigem Ideenreichtum geschildert.

Jan fühlt sich ohne seinen Avatar Fenris seinen jugendlichen Komplexen unangenehm ausgeliefert. Mit einem Mädchen allein zu verreisen, im Wald am Lagerfeuer zu sitzen und sich zu blamieren, weil man zwar eine Konservendose dabei hat, sie aber nicht öffnen kann – das ist ganz schön anstrengend. Aber es gibt ja ein höheres Ziel, nämlich rechtzeitig vor dem Beginn von "Ragnarök" Fenris wiederzubeleben und in den Online-Kampf zu ziehen. Die aus der nordischen Sagenwelt stammenden Motive des Spiels, wie der Weltuntergang Ragnarök, verweisen ironisch auf den Ernst der Lage, in der sich Jan nun befindet. Der aufgezwungene Abenteuertrip durch die Wälder der Provinz lässt ihn die Kraft romantischer Gefühle kennenlernen, aber auch die Eifersucht. Denn er und Karo landen in der Hütte des attraktiven Aussteigers Ben (David Schütter) und da sehnt sich Jan plötzlich verstärkt danach, wieder Fenris zu sein.

Viele Stationen des Abenteuertrips und auch die Nebenhandlungen mit Jans Freund Deniz oder mit seiner Mutter, die ihn sucht, sind auf skurrile Weise witzig. Selbst in der visuellen Gestaltung schlägt sich der Humor der Geschichte nieder, denn Schnell verwendet Elemente des Game-Designs, um Jans Gedanken zu schildern. Diese bildliche Ironie verdeutlicht sehr spaßig, wie sehr der Teenager auch schon die Wirklichkeit nach dem Schema des Spiels interpretiert. Doch aus der filmischen Lust am Vergleich von realer und virtueller Ebene spricht auch eine starke Affinität des Regisseurs zu Computerspielen. Die Kreativität der Gestaltung und die gelungene Komik sorgen für ein ungewöhnliches Filmvergnügen und entschädigen für einige inhaltliche Schwächen im späteren Verlauf.

Fazit: Das Kinofilmdebüt des Regisseurs Florian Schnell taucht überraschend kreativ und humorvoll in die Gedanken- und Erlebniswelt eines leidenschaftlichen Computerspielers ein. Es begleitet den Teenager mit satirischem Witz, aber auch voller Sympathie auf einem Abenteuertrip, den er ohne seinen geliebten Avatar in der realen Welt meistern muss. Der pfiffige Einfallsreichtum auf inhaltlicher und stilistischer Ebene sorgt für ein ungewöhnliches Filmvergnügen.




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Land: Deutschland
Jahr: 2016
Genre: Komödie, Abenteuer
Kinostart: 23.02.2017
Regie: Florian Schnell
Darsteller: Ugur Ekeroglu als Deniz, Mala Emde als Karo, Moritz Jahn als Jan
Verleih: barnsteiner-film

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