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Kritik: Heilstätten (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Social-Media-Horrorfilm stammt von dem Regisseur Michael David Pate, der mit der Komödie "Kartoffelsalat" bekannt wurde. Schon in dem 2015 erschienenen Film waren – neben Prominenten wie Otto Waalkes oder Jenny Elvers – einige deutsche Youtuber zu sehen. User der Film- und Kinodatenbank IMDB wählten "Kartoffelsalat" zum schlechtesten Film aller Zeiten. Mehr Akzeptanz bei den Zuschauern erhofft sich Pate mit "Heilstätten", der von Till Schmerbeck ("Suicide Club", "Das Verlangen") produziert wurde.

"Heilstätten" handelt von einer Gruppe von Youtubern und Social-Media-Freaks und ist genau für diese Zielgruppe konzipiert: für 16- bis 25-jährige Kinobesucher, für die Pinterest, Instagram, Facebook und Co. längst wie selbstverständlich zum medialen Alltag gehören. Eine Generation von jungen Erwachsenen zudem die keine Scheu hat, ihr Leben mit der Öffentlichkeit zu teilen und sich bei jeder noch so unbedeutend erscheinenden alltäglichen Belanglosigkeit zu filmen. Nur um das Ganze später auf Youtube zu stellen und die Inhalte so mit der ganzen Welt zu teilen. All dies trifft auch auf die Protagonisten des Films zu, in denen sich viele Angehörige der Generation "Web 2.0" wiederentdecken dürften.

Es ist geschickt, dass die Macher ihre handelnden Figuren exakt an die Interessen, Lebensrealitäten und medialen Gepflogenheiten der anvisierten Zielgruppe angepasst haben. Und dass sich verschiedene Arten von "Medien-Typen" und Youtube-Nutzern in den Figuren widerspiegeln: da gibt es z.B. die oberflächliche, naive Beauty-Youtuberin oder auch die männlichen Video-Blogger, die sich bei allen möglichen Challenges, Stunts und sonstigen spektakulären Aktionen filmen. Abseits dieser gelungenen, an der Realität angepassten Figurenzeichnung, verläuft der Film dramaturgisch und inszenatorisch (weitestgehend) nach Horror- und Found-Footage-Schema-F. Verwackelte Bilderfluten und schnelle Schnitte inklusive.

Von einigen ähnlich gelagerten Filmen hebt sich "Heilstätten" letztlich dann aber doch aufgrund von zwei Dingen ab: der ungewöhnliche, stimmungsvolle Schauplatz sorgt für mächtig Gänsehaut und das mutige, unkonventionelle Finale wird bei einigen Zuschauern in jedem Fall für überraschte Gesichter sorgen.

Finale: Trotz wenig überraschender Schockmomente und weitestgehend altbekannter Grusel-Effekte, kann der Film mit seinem unkonventionellen Ende und der authentischen Figurenzeichnung punkten.




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