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Dries (2017)

Dokumentarfilm über den belgischen Modeschöpfer Dries Van Noten.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Dries Van Noten wird 1958 in eine Schneiderfamilie aus Antwerpen hineingeboren, entscheidet sich aber früh dafür, selbst Mode zu entwerfen. Statt das Geschäft seines Vaters, eines Herrenausstatters, zu übernehmen, studiert er von 1976 bis 1980 an der Königlichen Hochschule für Schöne Künste, wo er mit fünf seiner Kommilitonen um Walter van Beirendonck und Ann Demeulemeester als "Antwerp Six" international durchstartet.

Van Notens häufig farbenfrohe Kollektionen, die völlig selbst finanziert sind und ohne große Werbekampagnen auskommen, zeichnen sich durch ihre außergewöhnlichen Stoffe und Materialien aus. Für Dokumentarfilmer Reiner Holzemer hat der Modemacher sein Antwerpener Atelier und seine Villa im Grünen geöffnet und sich ein Jahr lang bei der Entstehung seiner Kollektionen über die Schulter blicken lassen. Neben Dries Van Notens Geschäftspartner und Lebensgefährte Patrick Vangheluwe kommen weitere Wegbegleiter zu Wort.

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DriesDriesDriesDries - Im Atelier von Dries Van NotenDries - Dries Van NotenDries - Der Meister bei der Arbeit mit seinem Team


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Für die US-amerikanische Stil-Ikone Iris Apfel ist der Belgier Dries Van Noten ein "kostbarer Schatz", den es zu bewahren gilt. Entschlossen blickt Apfel hinter ihren großen Brillengläsern hervor und hält ein Loblied auf den belgischen Designer, der so viel unscheinbarer daherkommt als die schillernde New Yorkerin, die in diesem August 96 Jahre alt wird. "Die Modeindustrie hat sich ihr eigenes Grab geschaufelt", zieht Apfel vor Reiner Holzemers Kamera ein vernichtendes Fazit. Leute wie Dries erhielten sie am Leben und trieben sie voran.

Ob dem tatsächlich so ist, davon können sich modebegeisterte Zuschauer in Holzemers Dokumentarfilm nun selbst ein Bild machen. Auf den ersten Blick wirken die Entwürfe des Belgiers höchstens ein bisschen bunter als die der Konkurrenz. Was jedem Laien aber sofort ins Auge sticht, ist das konzentrierte, bescheidene und völlig allürenlose Auftreten des Modeschöpfers. Vom Flamboyanten einer Iris Apfel, das Van Noten auch für seine eigenen Kollektionen einfordert, von den Gegensätzen, die in seinen Kleidungsstücken aufeinanderprallen sollen, ist bei ihm selbst nichts zu finden. Der Modeschöpfer ist beruflich wie privat nicht nur ziemlich aufgeräumt, sondern wirkt auch stets ein bisschen bieder.

Regisseur Reiner Holzemer setzt Van Noten und dessen Arbeit technisch souverän, aber auch erstaunlich unauffällig in Szene. Von Van Notens Weggefährten ist wie zu erwarten kein schlechtes Wort zu hören. Der Designer selbst antwortet freundlich und kommentiert mit den Aufnahmen seiner alten Modenschauen mal direkt, mal indirekt auch immer ein wenig die Entwicklung der Modebranche. Letztlich hält er den Filmemacher aber auf sicherer Distanz. Trotz der größeren Einblicke in seinen Arbeitsalltag und der sehr beschränkten in seine privaten Gemächer, beschleicht einen das Gefühl, nur einen Bruchteil einer vielschichtigen Persönlichkeit kennengelernt zu haben.

Fazit: Reiner Holzemers Dokumentarfilm "Dries" bietet einen bislang noch ungesehenen Einblick in die Welt des belgischen Modeschöpfers Dries Van Noten. Der handwerklich routinierte Film kommt seinem Protagonisten zwar nahe, kratzt dabei aber nur an der Oberfläche und bietet keinerlei Überraschungen.




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Land: Deutschland, Belgien
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Kinostart: 29.06.2017
Regie: Rainer Holzemer
Darsteller: Dries Van Noten, Iris Apfel, Pamela Golbin
Verleih: Prokino, 24 Bilder

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