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How to Party with Mom
How to Party with Mom
© Warner Bros.

Kritik: How to Party with Mom (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Zum dritten Mal nach "Tammy" und "The Boss" realisierten Regisseur Ben Falcone und Schauspielerin Melissa McCarthy zusammen eine Komödie. Mit einem Einspielergebnis von 100 Millionen Dollar erwies sich vor allem "Tammy" vor vier Jahren als Kassenerfolg. "How to Party with Mum" wurde im Sommer 2016 in und um Atlanta gedreht und mit einem Budget von 30 Millionen Dollar realisiert. Die Pop-Sängerin Christina Aguilera hat im Film einen Gastauftritt.

Der thematische Kern des Films ist eigentlich grundsympathisch und verdient Beachtung: Falcone stellt in seiner College-Komödie unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale, Reifegrade und Eigenschaften einander gegenüber, die sich aus dem Alter und der Lebenserfahrung der Figuren ergeben. Auf der einen Seite die Endvierzigerin Deanna, die – als Mutter und langjährig verheiratete Frau – weiß, wie das Leben spielt und die über Weisheit sowie Weitblick verfügt. Auf der anderen Seite die unreifen, hier oft etwas naiv auftretenden Studenten, die in den Tag hinein leben und das Leben zu einer Dauerparty machen.

Dieser spannende Clash der Gegensätze und Unterschiedlichkeit birgt reichlich Potential und "How to Party with Mom" nutzt diese komödiantischen Möglichkeiten, die die Story bietet, an manchen Stellen durchaus. Der Film ist nämlich immer dann am besten, wenn Deanna sich eben genauso verhält wie ihre im Schnitt 25 Jahre jüngeren Kommilitonen, weil ihr all dies in ihren frühen Zwanzigern verwehrt blieb. Die Botschaft des Films an dieser Stelle: Stehe zu deinen Bedürfnissen und nimm dir, wonach dir der Sinn steht. Und dies tut Deanna mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit und gewaltigem Selbstbewusstsein. Die schönsten Momente spielen sich dabei in der Uni-Bibliothek ab, wenn sich Deanna und ihr neuer Freund zwischen den Regalen näher kommen sowie auf einer 80er-Jahre-Mottoparty, auf der Deanna so richtig aufdreht. Eine Szene, die mit einer gelungenen Anspielung auf eine der erfolgreichsten TV-Serien der Dekade gespickt ist.

Darüber hinaus ist "How to Party with Mum" aber leider sehr vorhersehbar, bieder und entschieden zu brav geraten. Dem Film fehlt die Spitzzüngigkeit und Schärfe von Filmen wie "Tammy". Zudem ist ein Großteil der Nebenfiguren zu schematisch und klischeehaft angelegt, darunter etwa die von Debby Ryan gespielte kratzbürstige, blasiert-großspurig auftretende Uni-Zicke. Und da der Film in Sachen Humor deutlich sanftere und mildere Töne anstimmt als die früheren Werke mit Melissa McCarthy, wirken gerade die immer wieder eingestreuten, brachialen Slapstick-Momente etwas fehl am Platz.

Fazit: Melissa McCarthy liefert eine solide Leistung in dieser mit sympathischer Botschaft und spannender Grundprämisse garnierten Komödie, die alles in allem aber deutlich zu bieder, brav und viel zu vorhersehbar daherkommt.




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