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6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU
6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU
© P'Artisan Filmproduktion GmbH

6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU (2017)

Dokumentarfilm: Sobo Swobodnik erinnert mit seinem filmischen Essay an die Opfer des NSU.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

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Sechs Jahre, sieben Monate und 16 Tage – das ist der Zeitraum, in dem die rechtsextremistischen Terroristen des NSU mitten in Deutschland unbehelligt zehn Menschen töten konnten. Während die Polizei bei ihren Ermittlungen lange im Dunkeln tappte und etwaige Verbindungen der Opfer zum Rauschgifthandel untersuchte, bagatellisierte die Presse die Verbrechen als "Döner-Morde". Auch der Verfassungsschutz scheint bei der Aufklärung und Verhinderung der Taten versagt zu haben. Berichte über Datenvernichtung, Ermittlungspannen sowie den noch laufenden Prozess gegen Beate Zschäpe bestimmen mittlerweile die mediale Aufmerksamkeit – die Mordopfer und ihre Angehörigen scheinen dabei fast in Vergessenheit geraten zu sein.

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6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage - Die Morde des NSU


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse2 / 5

Dass der Schriftsteller Sobo Swobodnik auch ein fähiger Filmemacher ist, hat er als Regisseur und Drehbuchautor von Dokumentarfilmen wie "Silentium – Vom Leben in Kloster" (2015) und "Der Papst ist kein Jeansboy" (2011) bereits bewiesen. Mit "6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU" erweitert Swobodnik sein filmisches Schaffen nun nicht bloß thematisch, sondern beschreitet auch formal neue Wege.

Sein eigenwilliger Essayfilm über wird besonders von der Tonspur bestimmt: Schauspieler des Berliner Ensembles tragen aus dem Off Prozess- und Ermittlungsprotokolle sowie Zeitungsberichte vor. Dabei kommen neben den ermittelnden Behörden, Journalisten und Politikern vor allem die Angehörigen der zehn Mordopfer des NSU zu Wort.

Leider findet Swobodnik keinen passenden Rahmen für diese an sich interessanten Statements: Die überpräsente Musik von Elias Gottstein lenkt oftmals vom Inhalt ab, während die begleitenden Schwarzweißaufnahmen von Tatorten belanglos bleiben. Der allgemeinen Ratlosigkeit, die den Umgang mit dem NSU in der Öffentlichkeit immer noch bestimmt, mag mit diesem Konzept zwar Rechnung getragen werden, einen 75-minütigen Kinofilm trägt es jedoch nicht.

Fazit: Den Kern dieses filmischen Essays von Sobo Swobodnik bilden die von Schauspielern gesprochenen Worte aus dem Off, Mitglieder des Berliner Ensembles tragen Sätze aus Ermittlungsprotokollen und Zeitungsberichten vor. Daneben hat "6 Jahre, 7 Monate und 16 Tage – Die Morde des NSU" jedoch wenig zu sagen – belanglose Schwarzweißbilder sowie unpassende Musikuntermalung schaffen einen wenig produktiven Rahmen für dieses eigenwillige Konzept.




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Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Länge: 76 Minuten
Kinostart: 18.05.2017
Regie: Sobo Swobodnik
Verleih: P'Artisan Filmproduktion GmbH

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