VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
A Prayer Before Dawn - Das letzte Gebet
A Prayer Before Dawn - Das letzte Gebet
© Koryphäen Film

Kritik: A Prayer Before Dawn - Das letzte Gebet (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die Hauptrolle in "A Prayer Before Dawn" sollte ursprünglich Charlie Hunnam spielen, im Zuge der Vorbereitungen der Dreharbeiten wurde er im Herbst 2015 jedoch von Joe Cole ersetzt. Der 29-jährige Cole ist vor allem durch seine Mitwirkung in der Serie "Peaky Blinders" bekannt, in der er von 2013 bis 2017 spielte. Zuvor hatte er bereits einige Nebenrollen in Filmproduktionen, darunter "A long way down" und "Vor ihren Augen". "A Prayer Before Dawn" feierte im Mai 2017 bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes Weltpremiere.

"A Prayer Before Dawn" ist ein roher, dringlicher Gefängnisfilm, der vor allem durch seine hohe Authentizität und Unmittelbarkeit überzeugt. Regisseur Jean-Stéphane Sauvaire erreicht dies mit einem radikal dokumentarischen Ansatz. Oft filmt er mit Handkamera und schleicht sich mit dieser mitten ins Geschehen: Er blickt den Kämpfern über die Schulter, fährt mit der Kamera die schwitzenden, tätowierten Körper entlang oder blickt den Charakteren direkt in die Augen – oft nur wenige Zentimeter von ihren Gesichtern entfernt.

Die Insassen werden im Übrigen fast ausschließlich von Laien verkörpert, was ebenfalls zur Glaubwürdigkeit des Gezeigten beiträgt. Die (Neben-) Darsteller müssen sich also nicht verstellen oder in irgendwelche Rollen schlüpfen. Als Boxer oder ehemalige Häftlinge kennen die meisten von ihnen den rauen Knastalltag und die Brutalität, mit denen Knastkämpfe ausgetragen werden. Die Kämpfe selbst erscheinen hier freilich weniger ausgefeilt und von jeglichen ästhetischen Bewegungen befreit, im Gegensatz etwa zu Action- bzw. Martial-Arts-Filmen wie "Ong-Bak". In "Prayer Before Dawn" geht es wesentlich dreckiger und brachialer zu.

Und noch etwas unterscheidet das Werk von vielen anderen, thematisch ähnlich gelagerten Filmen dieser Gattung: Sauvaire verzichtet auf Untertitel. Und da Hauptfigur Billy kein Thailändisch spricht, kommt sich dieser bald ebenso hilflos und verloren vor wie der Zuschauer. Denn auch als Kinobesucher kann man nur erahnen, über sich was die Wärter und anderen Insassen unterhalten. Eine spannende, unkonventionelle Herangehensweise, die für ordentlich Beklemmung sorgt.

Fazit: Unerbittliches, von hohem Realismus geprägtes Gefängnisdrama mit intensiven Kampfszenen und einem tollen Hauptdarsteller.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.