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Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?
Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer?
© farbfilm verleih

Kritik: Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer? (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Münchener Regisseurin Lola Randl gelang gleich mit ihrem Debütfilm "Die Besucherin" (2008), der auf der Berlinale seine Weltpremiere feierte, ihr Durchbruch. In den Folgejahren drehte sie einige Kurzfilme, bevor sie 2012 mit dem kammerspielartigen Drama "Die Libelle und das Nashorn" erneut für Aufsehen sorgte. "Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer" ist nach vier Jahren ihr erster Spielfilm, für den sie einige hochkarätige deutsche Darsteller gewinnen konnte. Benno Fürmann kehrt nach mehrjähriger Leinwand-Abstinenz wieder ins Kino zurück. Seine letzte Kino-Produktion war die Satire "Heil" von 2015.

"Fühlen Sie sich manchmal ausgebrannt und leer" (ein nicht nur viel zu langer sondern auch unnötiger komplizierter Filmtitel ohne Bezug zum Inhalt) hätte auch wunderbar ins Abendprogramm eines öffentlich-rechtlichen TV-Senders gepasst. Der Film ist zu weiten Teilen recht unterhaltsam, tut keinem Weh und eignet sich daher perfekt zur Sonntag-Abend-Berieslung. Einiges gelingt Regisseurin Randl sogar tatsächlich überdurchschnittlich gut. Da ist zum einen die kunterbunte, schrille Pop-Optik, allen voran der Musterhäuser, die Luisas Mann beruflich verkauft. Der visuelle Stil hebt sich angenehm von der Ästhetik vieler ähnlich gelagerter Verwechslungs- bzw. Beziehungskomödien ab.

Hinzu kommen einige tatsächlich sehr komische Momente, vor allem wenn es darum geht die Doppelgänger-Existenz nicht auffliegen zu lassen und den Schein zu wahren (z.B. beim Einkaufen, wenn sich alle vier Protagonisten über den Weg laufen). Darüber hinaus gelingt es Randl, ihren Film mit allerlei gegen den Strich gebürsteten, absonderlichen Nebenfiguren auszustaffieren – von Luisas drolligem Therapeuten bis hin zu ihrer psychisch labilen Zahnarzt-Freundin.

Das große Problem des Films aber ist sein allzu klamaukiger, grobschlächtiger Humor, der den Zuschauer mit einer ganzen Reihe an überdrehten Situationen und überzogenen Slapstick-Einlagen regelrecht bombardiert. Da hetzt der Film immer wieder von einer albernen, derben Zote zur nächsten und ergeht sich regelrecht in seinen hemmungslos-stürmischen Albernheiten, die dem Kinobesucher kaum Luft zum atmen lassen. Und darüber hinaus nur leidlich komisch sind. Ärgerlich sind zudem die teils vulgären Dialoge und obszönen Szenen, etwa wenn plötzlich Ejakulat in Gesichtern landet oder Benno Fürmann gefühlt ein Dutzend Mal seinen blanken Hintern in die Kamera halten muss.

Fazit: Trotz seiner spleeniger Nebenfiguren und einer abseitig-schrillen Pop-Optik, enttäuscht die Verwechslungs-Groteske mit seinem ungezügelten, übertrieben grobschlächtigen Humor und den anstößig-ordinären Szenen, in denen Körperflüssigkeiten und nackte Haut im Zentrum stehen.




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