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Max - Agent auf vier Pfoten
Max - Agent auf vier Pfoten
© Kinostar

Kritik: Max - Agent auf vier Pfoten (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Bereits Boaz Yakins "Max" (2015) bot reichlich zweischneidige Unterhaltung. Einerseits näherte sich der Drehbuchautor ("Der Punisher", "Die Unfassbaren") und Regisseur ("Safe – Todsicher") den für einen Familienfilm ungewöhnlichen Themen Krieg, Tod, Trauer und Trauma, frönte dabei andererseits etwas zu sehr seiner Leidenschaft für Bleihaltiges und Explosives, für Rührseligkeit und Heldenverehrung. Brian Levants "Max – Agent auf vier Pfoten" ergeht es nicht anders. Zwar geht der Nachfolger die Action deutlich kindgerechter an, ist in politischer Hinsicht allerdings ein noch größeres Ärgernis als sein Vorgänger.

In dieser Fortsetzung ist nur die Geschichte überlebensgroß, alles andere – vom Budget über Ausstattung und Effekte bis zu den Akteuren vor und hinter der Kamera – ist zwei Nummern kleiner. Die deutsche Synchronisation fängt das schlechte Schauspiel der Nachwuchsdarsteller ein wenig auf, kann das der Erwachsenen aber ebenso wenig kaschieren wie die mittelmäßigen Stunts, die schlechten Rückprojektionen und das veraltete Weltbild, in dem mit Ausnahme der Präsidententochter alle Russen wie Karikaturen, die Amerikaner hingegen natürlich gezeichnet sind. Immerhin steht am Ende die Vernunft der Kleinen, die über das Machtgeplänkel der Großen obsiegt. Eine Rhetorik und Bösewichte wie zu Zeiten des Kalten Kriegs kann aber auch dieser versöhnliche Schluss nicht übertünchen.

Im Vergleich zum ersten Teil ist der zweite ein merklicher Abstieg. "Max – Agent auf vier Pfoten" bedeutet aber auch für Regisseur Brian Levant den vorläufigen Tiefpunkt seiner Kinokarriere. Der hatte in den 1990ern Komödien wie "Flintstones: Die Familie Feuerstein" oder "Versprochen ist versprochen" gedreht, die zwar ebenfalls nicht zu Meilensteinen des Genres zählen, aber wenigstens ordentliche Budgets, namhafte(re) Schauspieler und vor allem Liebe zum Detail boten. Levants jüngste Komödie nimmt sich dagegen wie eine lieblos heruntergespulte Auftragsarbeit, die angesichts ihres Titelhelden erstaunlich wenig aus der Beziehung des Hundes zu seinem jungen Herrchen macht – und das, obwohl der Regisseur mit "Ein Hund namens Beethoven" (1992) bereits bewiesen hat, dass er es besser kann.

Fazit: "Max – Agent auf vier Pfoten" ist in jeglicher Hinsicht zwei Nummern kleiner als sein Vorgänger. Wie schon "Max" (2015) bietet auch der Nachfolger äußerst zwiespältige, in politischer Hinsicht gar ärgerliche Familienunterhaltung.




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