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Kritik: Bad Spies (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Nach der Romantik-Komödie "Life Partners" von 2014, ist "Bad Spies" der zweite Spielfilm von Regisseurin Susanna Fogel. Ein Budget von rund 40 Millionen US-Dollar stand der Filmemacherin und Drehbuchautorin für das Projekt zur Verfügung. Gedreht wurde in halb Europa: in Ungarn, Holland, Deutschland, Österreich und Tschechien. Der deutsche Verleihtitel spielt auf die erfolgreichen "Bad Moms"-Filme an, in denen Mila Kunis die Hauptrolle spielte. Im englischsprachigen Ausland wird der Film unter "The Spy who dumped me" vertrieben, eine ironische Anspielung auf den 007-Klassiker "Der Spion, der mich liebte" von 1977.

Wer mit dem anstößigen, zotigen Humor von "Bad Moms", "Girls night out" oder "Spy" etwas anfangen konnte, dem werden die komödiantischen Elemente in "Bad Spies" mit Sicherheit auch zusagen. Ebenso wenig kann ein Faible für den derb-rustikalen Witz von Melissa McCarthys Filmen nicht schaden. Alle anderen werden sich bei geschmacklosen Scherzen über Geschlechtsteile, einigen frivolen Running Gags und dem enervierenden Overacting der beiden Hauptdarsteller vermutlich eher die Haare raufen und fremdschämen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sich die Figuren viel zu oft viel zu dämlich anstellen.

Die Macher zeichnen die beiden Freundinnen nämlich allzu gewollt und krampfhaft als tollpatschige, aber liebenswerte Dummchen. Zwei unterbelichtete, naive Nachwuchs-Agentinnen, die nicht einmal einen PKW mit Schaltgetriebe fahren können und den Tracking-Point eines Scharfschützen-Gewehrs als harmlosen roten Punkt auf der Stirn bezeichnen. Nur zwei Beispiele für den grobschlächtigen Witz des Films. Zwar stimmt die Chemie zwischen Kunis und McKinnon, echte Empathie oder gar Sympathie kommt für die infantilen Charaktere dennoch nicht auf.

Ganz und gar nicht passt der Humor des Films zu den teils knüppelharten, dynamischen Action- und Kampfszenen. Diese sind zwar allesamt sauber und handwerklich einwandfrei inszeniert. Die in "Bad Spies" immer wieder vorhandene Brutalität, mit der durchaus auch Audrey und Morgan des öfteren zu Werke gehen, wirkt dennoch befremdlich. Zumal der Film ansonsten ja einen eher heiteren, locker-leichten Ton anschlägt – oder dies zumindest versucht. Gewöhnungsbedürftig – und tatsächlich etwas verstörend – ist nicht zuletzt die musikalische Untermalung, gerade was die Auswahl und den Einsatz der Popsongs betrifft (von "Wind of change" über "Mmm mmm mmm mmm" bis hin zum "Pink Panther"-Instrumental).

Fazit: Überkandidelte, reißerische und teils geschmacklose Action-Komödie mit zwei anstrengenden, überzeichneten Frauenfiguren.




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