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Kritik: Abikalypse (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Abikalypse" erzählt der Regisseur Adolfo J. Kolmerer ("Schneeflöckchen") nach einem Drehbuch von Tim Gondi eine komödiantische Coming-of-Age-Geschichte über die Generation der Millennials. Die Online-Aktivitäten der jungen Figuren werden sowohl dramaturgisch als auch visuell in das Geschehen eingebunden. Das Sammeln von Likes wird dabei ebenso thematisiert wie die Gefahr, virtuell bloßgestellt zu werden. Im Kern geht es indes um klassische Sujets: um Freundschaft, erste Liebe sowie den Wunsch, cool zu sein und dazuzugehören.

Auch das Personal entspricht dem bekannten Figurenarsenal des Adoleszenzkinos: Musti sorgt mit witzigen Sprüchen und verrückten Aktionen für den Humor, der introvertierte Tom und die Gamerin Hannah sind befreundet, insgeheim jedoch ineinander verliebt, und Yannick ist ein Nerd, dessen Freundin Leonie wiederum als verzickte Prinzessin daherkommt. Dass man das Treiben dieser recht stereotyp angelegten Figuren dennoch verfolgt, liegt zum einen an diversen durchaus originellen Einschüben wie den Fantasiesequenzen, in denen sich die Teenager mit ihren Ängsten auseinandersetzen, und zum anderen an den Schauspielleistungen. Insbesondere Lea van Acken ("Kreuzweg", "Das Tagebuch der Anne Frank") verleiht ihrer Rolle große Sympathie; Reza Brojerdi verfügt über das nötige Comedy-Talent. Auch Lucas Reiber und Jerry Hoffmann machen ihre Sache gut; dennoch hätten deren Parts eventuell noch etwas besser funktioniert, wenn man sie altersgerechter besetzt hätte (Reiber und Hoffmann sind Jahrgang 1993 beziehungsweise 1989). Als Bereicherung erweist sich Oliver Korittke ("Die Musterknaben") als Hausmeister der Schule, der seinen alten Träumen nachhängt.

Zuweilen neigt "Abikalypse" zur Übertreibung; eine Verfolgungsjagd mit vietnamesischen Gangstern wäre beispielsweise nicht vonnöten gewesen, um den Film mit mehr Action auszustatten. Seine besten Momente hat das Werk, wenn es sich auf die Freundschaft der Clique konzentriert – auf analoge Augenblicke des Zusammenhalts.

Fazit: Ein unterhaltsames Porträt der Generation Y – nicht frei von Klischees, aber mit einigen gelungenen Einfällen. Lea van Acken ragt aus dem soliden Ensemble hervor.




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