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Louis & Luca - Das große Käserennen
Louis & Luca - Das große Käserennen
© Kinostar

Kritik: Louis & Luca - Das große Käserennen (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Nach "Louis & Luca und die Schneemaschine" ist dies der zweite animierte Film aus dem beliebten "Louis & Luca"-Universum. Weltpremiere feierte er im vergangenen Jahr auf der Berlinale. Inszeniert wurde das familiengerechte Werk vom Norweger Rasmus Sivertsen. Sivertsen ist ein äußerst fleißiger Filmemacher: allein in den letzten vier Jahren realisierte er vier Filme. Die Welt um Louis und Luca wurde von dem Autor und Künstler Kjell Aukrust erfunden.

"Louis & Luca" erzählt eine liebevoll umgesetzt, warmherzige Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und den großen Traum von Siegen, aber auch über Hochmut und das Ziel der gesellschaftlichen Anerkennung (Louis möchte von den anderen endlich als großer Rennfahrer angesehen werden). Die Botschaften, die der Film vermittelt, sind für die kleinsten Zuschauer wichtig. Darunter: die Gefahr, zu selbstsicher zu agieren und dadurch womöglich Fehler zu begehen, die man im Nachhinein bereut. Im Film zeigt sich das im Übermut von Louis, die Werkstatt zu verwetten, in der er mit Igel Luca auch noch selbst wohnt.

Apropos Luca und Louis: die beiden sorgfältig gezeichneten, grundsympathischen Charaktere und Hauptprotagonisten könnten vom Wesen her nicht unterschiedlicher sein. Während Louis selbstbewusst ist ("bereit wie noch nie zuvor"), und gerne mal antreibt und den Anführer gibt, kommt Luca als sehr introvertiert, schüchtern und oft regelrecht ängstlich daher ("noch nie weniger bereit gewesen"). Aus dieser Unterschiedlichkeit ergeben sich oft interessante Inhalte, Diskussionen aber eben wiederum zentrale Botschaften, vor allem, was den Umgang mit anderen Persönlichkeiten bzw. Charakteren angeht. Das heißt aber nicht, dass es im Film nicht auch sehr humorvoll – der Slapstick-Anteil ist immer wieder sehr hoch, ob auf dem Eis, im Wald oder in den Bergen – und rasant zugeht. Denn der Verlauf des Rennens ist kreativ und temporeich gestaltet, vor allem aber auch spannend und mit unerwarteten Wendungen.

Das größte Plus des Films ist aber seine wunderbare, kindgerechte Optik sowie die behutsam ausgearbeitete visuelle Welt, in der "Louis & Luca" spielt. Mit allen Details und kleinen Feinheiten beim Setting und den (Stop-Motion-)Kulissen. Denn hier gibt es keine bonbonbunten, kitschigen Disney-Kulissen. Alles ist ein wenig rauer und natürlicher gehalten, angepasst an die reale, skandinavische Welt und Natur – mit ihren dichten Wäldern, zugefrorenen Seen und den üppigen Berg-Kulissen.

Fazit: Mit wichtigen, kindgerechten Botschaften ausgestatteter, liebevoll und kreativ umgesetzter Stop-Motion-Film, der vor allem mit seiner detailgetreuen, authentischen Visualität und technischen Umsetzung überzeugt.




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