oder
Immer noch jung - 15 Jahre Killerpilze
Immer noch jung - 15 Jahre Killerpilze
© 24 Bilder

Immer noch jung - 15 Jahre Killerpilze (2017)

Immer noch jung

Erwachsen geworden: Dokumentarfilm, der den Weg einer deutschen Band von den Anfängen als Teenageridole bis heute nachzeichnet.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Als sich Johannes "Jo" Halbig und Andreas "Schlagi" Schlagenhaft in Dillingen an der Donau 2002 entscheiden, gemeinsam eine Band zu gründen, spielt keiner von beiden ein Instrument. Maximilian "Mäx" Schlichter, der dieselbe Schule besucht, übernimmt die Gitarre. Als Notlösung wird Jos jüngerer Bruder Fabian für das Schlagzeug angeheuert. Kurze Zeit später starten die vier Jugendlichen unter dem Namen "Killerpilze" durch. Mit einem Album bei einer großen Plattenfirma im Rücken spielen sie fortan in ausverkauften Hallen statt in kleinen Klubs und Jugendzentren. Doch der Erfolg währt nicht lange. "Schlagi" verlässt die Gruppe, die CDs verkaufen sich schlechter, die Konzerte sind weniger besucht, das Label lässt die Band fallen. Mit einer eigenen Firma starten sie neu.

Fabian "Fabi" Halbig lässt mit seinem Koregisseur David Schlichter die ersten 15 Jahre der Bandgeschichte Revue passieren. Neben unzähligen Archivaufnahmen haben die Filmemacher alte und aktuelle Bandmitglieder, Eltern, Manager und Produzenten, Journalisten und befreundete Musiker von Moderator Klaas Heufer-Umlauf über Jennifer Rostock bis Michael "Curse" Kurth vor die Kamera gebeten.

Bildergalerie zum Film

Immer noch jung - 15 Jahre KillerpilzeImmer noch jung - 15 Jahre KillerpilzeImmer noch jung - 15 Jahre KillerpilzeImmer noch jung - 15 Jahre Killerpilze


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Ganz am Ende bringt Gitarrist Max Schlichter das Gefühl der Killerpilze auf den Punkt. Sie seien immer noch jung, im Grunde fühle sich das alles wie ein Anfang an. Und es stimmt ja auch. Die Bandmitglieder sind noch keine 30 Jahre. In einem Alter, in dem andere Musiker gerade erst durchstarten, haben die Jungs aus der schwäbischen Provinz bereits eine ebenso steile wie kurze erste Laufbahn hinter sich. Wo andere Gruppen erst einmal mühevoll durch Dorfklubs und Jugendzentren tingeln, geht bei den Killerpilzen alles furchtbar schnell: vom Jugendzentrum zur Bravo Supershow, vom Kinderzimmer ins Fünfsternehotel. Die klassische Ochsentour steht bei ihnen erst nach dem Abstieg auf der Erfolgsleiter auf dem Spielplan. Ihr Weg ist auch eine Art spiegelverkehrter Karriereverlauf.

Dieses bewegte Auf und Ab der vergangenen 15 Jahre sieht stets ein wenig zu sehr wie ein zum Leben erwecktes Fotoalbum aus, was sicherlich an den Produktionsbedingungen liegt. Zum einen ist das Projekt durch Crowdfunding finanziert und zielt in erster Linie darauf ab, all die treuen Fans und Spender nicht zu enttäuschen. Zum anderen zeichnen mit David Schlichter und Fabian Halber zwei Regisseure verantwortlich, die direkt aus der Band beziehungsweise aus deren Umfeld kommen.

Diese Konstellation ist Fluch und Segen zugleich. Die Dokumentation ist dicht dran, zeigt eine Unmenge (auch sehr privates) Archivmaterial und kommt den Bandmitgliedern vielleicht näher, als dies ein außenstehender Regisseur vermocht hätte. In Voice-over-Kommentaren, die beständig über all die Fotos, Fernsehmitschnitte und Videoaufnahmen gelegt sind, und in Interviews geben die Musiker zudem auch viel Persönliches preis. Hier kommen wir gar nicht drum herum, diese bis heute bodenständigen, authentischen Typen zutiefst sympathisch zu finden. Gerade an den Wende- und Tiefpunkten der Karriere beschleicht einen aber das Gefühl, dass ein fremder Filmemacher energischer nachgebohrt und mehr zutage gefördert hätte.

Und dennoch ist "Immer noch jung – 15 Jahre Killerpilze" nicht nur für Fans der Band sehenswert. Es ist spannend, diese Musiker bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Wir werden Zeuge, wie professionell, aber auch kritisch reflektiert sie schon als Jugendliche sind. Und es macht einfach Spaß, ihnen bei all ihrem Tun zuzusehen. Sei es der Elan, mit dem sie ihre Karriere nach der Karriere angehen, sich dabei für nichts zu schade sind und sich diebisch über noch so kleine Erfolge freuen, oder die Liebe zur Musik, die stets im Vordergrund steht. Ganz nebenbei, wenn auch nur am Rande, gibt der Film Einblick in die knallharten Mechanismen der Branche. Das haben andere Dokus freilich schon besser getan.

Fazit: "Immer noch jung – 15 Jahre Killerpilze" ist ein Geschenk der Band an ihre Fans, bietet aber auch Zuschauern, die nichts mit der Musik der einstigen Teenageridole anzufangen wissen, spannende Einblicke ins Musikgeschäft. Auch wenn der Dokumentarfilm nicht durchgehend überzeugt, reißt er immer wieder mit treibender Musik und deren authentischen Interpreten mit.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Immer noch jung - 15 Jahre Killerpilze

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Länge: 107 Minuten
Kinostart: 05.10.2017
Verleih: 24 Bilder

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.