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Die Farbe des Horizonts
Die Farbe des Horizonts
© Tobis Film

Kritik: Die Farbe des Horizonts (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit "Die Farbe des Horizonts" widmet sich der spanisch-isländische Filmemacher Baltasar Kormákur ("The Deep", "Everest") abermals einem auf Tatsachen basierenden Überlebenskampf: Auf Basis der autobiografischen Schilderung von Tami Oldham Ashcraft und der Adaption des Drehbuch-Trios Aaron Kandell, Jordan Kandell und David Branson Smith erzählt er die Geschichte einer jungen Frau, die im Angesicht einer Katastrophe auf hoher See über sich selbst hinauswachsen muss.

Reizvoll ist dabei vor allem die narrative Struktur. Das Werk beginnt damit, dass die Protagonistin Tami in der Kabine des zertrümmerten Bootes erwacht und allmählich das Ausmaß des durch einen Hurrikan verursachten Unglücks begreift. Im weiteren Verlauf muss Tami an Deck gelangen, die Schäden des Bootes reparieren, sich selbst verarzten, sich um ihren schwer verwundeten Begleiter und Verlobten Richard kümmern sowie einen Weg finden, ans weit entfernte Festland zu gelangen. Diese Herausforderungen werden mit Rückblenden verknüpft, in denen Tami auf Tahiti ankommt, Richard kennen- und lieben lernt und die beiden sich schließlich auf die desaströse Reise begeben, welche zu jenem Punkt führt, an dem der Film einsetzt.

Die Erfahrungen auf dem offenen Meer werden von Kormákur und seinem versierten Kameramann Robert Richardson ("Aviator") spannungsreich und glaubhaft erfasst. An das reduziert inszenierte Segler-Drama "All Is Lost" vermag "Die Farbe des Horizonts" nicht ganz heranzureichen, aber nicht zuletzt in vielen kleinen Details kann das Werk überzeugen – etwa wenn sich Tami als Vegetarierin dazu überwinden muss, Fische zu fangen, um nicht zu verhungern. Die Begegnung des zentralen Paares und die Entwicklung der Gefühle zwischen den beiden ist – sowohl in Bezug auf die Dialoge als auch die idyllische Bebilderung – nicht frei von Klischees, wird allerdings auf schauspielerischer Ebene solide dargeboten.

Shailene Woodley ("Das Schicksal ist ein mieser Verräter") wirft sich mit beachtlichem Engagement in ihre Rolle und lässt uns so an den Strapazen der Heldin teilhaben; die Chemie zwischen ihr und ihrem Co-Star Sam Claflin ("Ein ganzes halbes Jahr") stimmt.

Fazit: Ein interessant erzählter Mix aus Survival-Drama und Liebesgeschichte, dessen Aufnahmen auf dem Pazifik ebenso beeindrucken wie das Spiel von Shailene Woodley.




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