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Die Grundschullehrerin (2017)

Primaire

Französischer Spielfilm über eine idealistische junge Lehrerin, die Gefahr läuft, sich im Beruf aufzureiben.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.7 / 5

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Florence (Sara Forestier) ist Grundschullehrerin aus Leidenschaft. Mit ihrem Sohn Denis (Albert Cousi), der ihre Klasse besucht, wohnt die Alleinerziehende sogar in einer Wohnung im Schulgebäude. Vor lauter Arbeit hat sie keine Zeit für ein Privatleben, worunter ihr Sohn leidet. Er möchte gerne für ein Jahr zu seinem Vater nach Java ziehen, was Florence aber ablehnt. Nun muss sich Florence auch noch um einen Problemschüler kümmern, der eigentlich in die Parallelklasse geht: Sacha (Ghillas Bendjoudi) hat niemanden, der für ihn sorgt, seine Mutter ist seit über einer Woche nicht mehr nach Hause gekommen und hat ihn mit ein paar Geldscheinen zurückgelassen.

Die Schule verständigt Mathieu (Vincent Elbaz), der in den Unterlagen als Notfallkontakt für Sacha angegeben wurde. Der Pizzabote ist ein Ex-Freund von Sachas Mutter und hat sich schon oft um Sacha gekümmert. Aber er will das auf Dauer nicht tun. Florence missfällt die flapsige Art von Mathieu, aber sie fühlt sich insgeheim auch zu dem unbeschwerten Mann hingezogen. Weil sich Sachas Lehrerin nicht darum bemüht, die Mutter ins Boot zu holen, sucht Florence den Kontakt zu ihr, um sie wachzurütteln und sie zu warnen, dass das Jugendamt ihr den Sohn wegnehmen wird. Der Junge klammert sich an die mütterliche Florence, hat aber massive psychische Probleme.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse3 / 5

Der Spielfilm der französischen Regisseurin Hélène Angel ist eine Hommage an den Lehrerberuf, der so viel persönliches Engagement erfordert. Für die Grundschulkinder ist eine Lehrerin wie die idealistische Florence auch Erzieherin und Bezugsperson. Florence hat unter den Zehnjährigen in ihrer Klasse Schüler mit besonderem Förderbedarf, wie eine Autistin und eine Analphabetin, die sitzenbleibt, wenn sie im Laufe des Jahres nicht lesen lernt. Aber auch ihr Sohn gehört zu ihren Schülern, was Florences Problem, zwischen Beruf und Privatleben keine strikte Grenze zu ziehen, nur verschärft. Eine Theateraufführung, ein Schüler, der kein Zuhause hat, eine Lehrprüfung und der tägliche Lärmpegel in der Klasse halten Florence zusätzlich auf Trab. Ohne es zu merken, steuert sie auf eine schwere Krise zu.

Angel zeichnet die Grundschule als einen sehr lebhaften, unperfekten Ort, der engagierte Lehrer tendenziell in die Überforderung treibt. Schon allein die Unruhe, die in der Klasse herrscht und die ständigen Störungen des Unterrichts durch einzelne Schüler erzeugen eine Atmosphäre der Irritation. Aber dieser Zustand wird hier als Normalität postuliert, mit der die Lehrerin eben jonglieren muss. Florence muss stets sehr präsent sein, verliert aber nie den Überblick oder gar die Beherrschung. Andere Kollegen, wie Sachas Lehrerin, bringen sich menschlich weniger ein, sind nicht bereit, nach Dienstschluss den Babysitter zu spielen für nicht abgeholte Kinder. Florence muss schmerzhaft lernen, dass auch sie nicht jedem Kind helfen kann – und doch zeigt sich in manchen Fällen, dass ihr besonderes Engagement Früchte trägt.

Sara Forestier spielt die junge Lehrerin sehr glaubwürdig als Person, die viel erreichen will und ihre eigenen Grenzen missachtet. Die anderen Figuren sind jedoch weniger genau gezeichnet. Auch fällt auf, wie schnell sich langwierig aufgebaute Konflikte auflösen, beziehungsweise vom Drehbuch entsorgt werden. So bleiben sämtliche Beziehungen in diesem Film reduziert und ihr Kurs kann sich abrupt ändern. Die Regisseurin packt einfach zu viele Themen in dieses Drama hinein, um dann auch noch das emotionale Erleben der einzelnen Charaktere glaubhaft ausloten zu können. So hinterlässt der Film einen durchwachsenen Eindruck.

Fazit: Das französische Drama mit Sara Forestier in der Rolle einer sehr engagierten jungen Lehrerin ist eine Hommage an den Lehrerberuf. Oft wirkt das Drama ausgesprochen realitätsnah, aber es trägt die alltäglichen schulischen Probleme zuweilen etwas dick auf. Dabei kommt die Charakterzeichnung ein wenig zu kurz. Glaubwürdig wird aber das Spannungsfeld geschildert, das entsteht, weil die Schule einerseits ein unperfekter Ort ist, andererseits aber manche Pädagogen eine starke menschliche Fürsorge für ihre Schüler entwickeln.




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Land: Frankreich
Jahr: 2017
Genre: Drama
Länge: 105 Minuten
Kinostart: 15.02.2018
Regie: Hélène Angel
Darsteller: Sara Forestier als Florence Mautret, Vincent Elbaz als Mathieu, Albert Cousi als Denis Mautret
Verleih: Alamode Film

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