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Streetscapes
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© Filmgalerie 451

Kritik: Streetscapes [DIALOGUE] - Streetscapes Kapitel III (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit "Streetscapes [Dialogue]" fügt der Filmemacher Heinz Emigholz seiner Serie von Architekturfilmen einen neuen Part hinzu. Eine Kenntnis von Emigholz' Werk und seiner vorangehenden Filme kann bei der Sichtung des ungewöhnlichen Spielfilms sicherlich hilfreich sein, aber auch unvorbereitete Zuschauer dürften Gefallen an diesem intellektuell stimulierenden Filmdialog finden.

Basierend auf seinem eigenen Gespräch mit dem israelischen Trauma-Spezialisten Zohar Rubinstein inszeniert Emigholz ein knapp zwei Stunden andauerndes Gespräch. Im Zentrum steht dabei die künstlerische Krise des von John Erdman gespielten Protagonisten. Das Filmemachen an sich wird so zum Thema, die Selbstreflexivität von "Streetscapes [Dialogue]" sowie die unklare Grenzziehung zwischen Autobiografie und Inszenierung machen dabei einen großen Reiz des Films aus.

Begleitet wird der Dialog der Schauspieler von Aufnahmen außergewöhnlicher Architektur in Uruguay und Berlin. Es sind ausnahmslos Standbilder, die hier gezeigt werden, aber dennoch mangelt es Emigholz' Film nicht an Dynamik: Durch die Kadrierung, die den Raum in die Diagonale bringt und die Körper der Schauspieler immer wieder neu in diesem Raum anordnet, entsteht gemeinsam mit dem rhythmisierenden Schnitt ein assoziativer Bilderfluss.

Fazit: Ein Gespräch zwischen einem Regisseur und einem Psychoanalytiker verbindet sich in Heinz Emigholz' "Streetscapes [Dialogue]" mit bemerkenswerten Architekturaufnahmen zu einem intellektuell anregenden Filmdialog.





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