VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Rememory - Im Schatten der Erinnerung (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit dem Genre-Mix "Rememory" legt der Kanadier Mark Palansky seinen zweiten Spielfilm nach der Fantasy-Liebeskomödie "Penelope" (2006) vor. Das Drehbuch, das Palansky gemeinsam mit Mike Vukadinovich verfasst hat, kombiniert eine Science-Fiction-Prämisse mit einem Charakterdrama und zugleich mit einem Krimi-Plot. Das lässt an Werke wie Mike Cahills "Another Earth" (2011) denken – und entwickelt, nicht zuletzt dank des intensiv spielenden Ensembles, eine beachtliche emotionale Wucht.

Die Bilder, die Palansky mit seinem Kameramann Gregory Middleton findet, um die Erinnerungsfetzen der Figuren in Point-of-View-Shots einzufangen, verfügen über Sogkraft und werden gekonnt in die Erzählung eingewoben. Die Frage, wer oder was hinter dem Tod des Wissenschaftlers Gordon Dunn steckt, und welche Hintergründe die Figuren haben, die fast alle für die Tat verantwortlich sein könnten, wird spannend geschildert. Allmählich entbergen sich die Traumata des Personals und die Verbindungen zu Gordons Maschine, mit der sich Erinnerungen in Form von Videoaufzeichnungen rekonstruieren lassen. Psychische Vorgänge werden dabei ebenso thematisiert wie ethische Fragen.

Darüber hinaus bietet "Rememory" den Raum für eindrückliche Interpretationen: Peter Dinklage ("Game of Thrones") ist als tragischer und ruheloser Held das Herz und die Seele des Films. Hinzu kommen die engagierten Auftritte des 2016 verstorbenen Anton Yelchin (bekannt als Chekov aus den neuen "Star Trek"-Abenteuern) und von der in den letzten Jahren viel zu selten auf der Kinoleinwand zu erlebenden Julia Ormond ("Legenden der Leidenschaft", "Fräulein Smillas Gespür für Schnee"). Insbesondere die Szenen zwischen Dinklage und Ormond zeugen von der Empathie, die sowohl das Skript als auch die Inszenierung und die Darstellung auszeichnen.

Fazit: Eine gelungene Kombination aus Fantastik, Whodunit und persönlichem Drama, die von dem Cast um Peter Dinklage, Julia Ormond und Anton Yelchin einfühlsam dargeboten wird.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.