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Der Konzertdealer
Der Konzertdealer
© P'Artisan Filmproduktion GmbH

Der Konzertdealer (2017)

Der Dokumentarfilm porträtiert den deutschen Konzertveranstalter Scumeck Sabottka.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Scumeck Sabottka veranstaltet seit über 30 Jahren Konzerte. Er hat Auftritte oder Tourneen von Pop- und Rockgrößen wie Kraftwerk, den Red Hot Chili Peppers, Robbie Williams, Rammstein organisiert und promotet auch aufstrebende, aber noch unbekannte Musiker. Im Ruhrpott aufgewachsen, zog er 1980 nach Westberlin, wo er zunächst in einem Plattenladen arbeitete. Dann begleitete er Bands wie Abwärts oder Malaria auf Tour und gründete 1984 seine eigene Agentur. Als Konzertveranstalter kauft er beispielsweise englischen Agenten Rechte für die Deutschlandtourneen ihrer Vertragskünstler ab. Er sucht immer interessante Bands, auch im Inland.

Ständig ist Sabottka auf Reisen. Aus Sorge, dass sich unautorisierte Personen mit Weiterkäufen von Tickets im Internet in das Konzertgeschäft einklinken, hat er das personalisierte Ticket erfunden, auf dem der Name des Käufers steht. Der Dokumentarfilm porträtiert den Konzertveranstalter, indem er ihn im privaten Bereich, bei der Arbeit, unterwegs, während eines Radiointerviews und im Gespräch mit der Branchengröße Marcel Avram beobachtet.

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Der Filmemacher Sobo Swobodnik hat sein Faible für Musik und für außergewöhnliche Lebensläufe bereits mit seinem Dokumentarfilm "Unplugged: Leben Guaia Guaia" über zwei junge Straßenmusiker bewiesen. Außerdem hat Swobodnik auch ein Faible fürs Atmosphärische, weshalb es ihm in "Silentium – Vom Leben im Kloster" überzeugend gelang, der Stimmung eines von Arbeit und Gebet geprägten Alltags in einer kleinen Gemeinschaft nachzuspüren. In seinem Dokumentarfilm "Der Konzertdealer" beobachtet er seinen Protagonisten, den Konzertveranstalter Scumeck Sabottka, in verschiedensten Situationen, häufig zwischen Tür und Angel, lässt ihn aber kaum jemals direkt in die Kamera sprechen.

Selbst wenn Sabottka mit Dritten spricht, hört man nicht immer, was gesagt wird. Die Aufnahmen werden oft nur von der elektronischen Musik von Dinos Chapman begleitet, den Sabottka sehr schätzt. Swobodniks beobachtende Annäherung nutzt verschiedene stilistische Möglichkeiten, eine vorgefundene Stimmung zu verstärken und zu kommentieren. Typisch für den Schwarz-Weiß-Film sind Überblendungen und Aufnahmen durch Fensterscheiben. Sie signalisieren erstens, dass dieser Mann, der stets auf Achse zu sein scheint, die Welt in Form von flüchtigen Impressionen wahrnimmt und viel reflektieren muss, um den Überblick zu behalten. Zweitens signalisiert diese Vielfalt manchmal konkurrierender, sich überlappender Motive eine filmische Distanz zum Protagonisten. Sabottka bleibt schwer fassbar, und wenn eines seiner dienstlichen Gespräche wichtig werden könnte, müssen Kamera oder Mikrofone weichen.

Als Gerüst dient dem Film ein Radiointerview, bei dem die Kamera zugegen ist und das häppchenweise eingestreut wird. So erfährt man etwas über Sabottkas Werdegang und außerdem auch einiges über seine Arbeitsweise, was sich aus den rein beobachtenden Bildern nicht ersehen lässt. Swobodnik erhascht immer nur kurze Häppchen von Künstlergesprächen, schaut sich in den Büroräumen der Firma um, in den Hotelzimmern, die Sabottka bezieht. Es ist nicht so, dass der Konzertveranstalter keine Nähe zuließe, im Gegenteil, er sitzt vor der Kamera in der Badewanne, trainiert am Boxsack, wird tätowiert. Sogar auf neckische Spielchen lässt er sich ein und holt zu symbolischen Boxschlägen in Richtung Kamera aus. Das alles aber ist nicht aussagekräftig genug für einen langen Dokumentarfilm. Vielmehr wirkt dessen impressionistisch-künstlerische Gestaltung reichlich manieriert.

Fazit: Sobo Swobodniks Porträt des Berliner Konzertveranstalters Scumeck Sabottka taucht beobachtend in den von Reisen geprägten Alltag des Protagonisten ein. Der Versuch, das Lebensgefühl und die Aura des Konzertpromoters atmosphärisch zu erfassen und mit stilistischem Ehrgeiz zu interpretieren, erweist sich als mäßig spannend. Statt aussagekräftiger Einblicke in die Arbeit eines Tourneeveranstalters oder in seinen menschlichen Charakter bietet der Film oft nur flüchtige Impressionen wie etwa Aufnahmen aus Fahrzeugfenstern auf Straßen und Wolkenkratzer.




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Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Länge: 86 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 05.10.2017
Regie: Sobo Swobodnik
Darsteller: Scumeck Sabottka, Marcel Avram
Verleih: P'Artisan Filmproduktion GmbH

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