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Happiness
Happiness
© Rapid Eye Movies

Kritik: Happiness (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wer bereits einen Film von Sabu (bürgerlich: Hiroyuki Tanaka) gesehen hat, der wird auch in "Happiness" rasch die Handschrift des japanischen Regisseurs wiedererkennen. Wie zum Beispiel schon in dem herausragenden "Blessing Bell" (2002) greift Sabu erneut auf ein alltägliches, lakonisch geschildertes Setting zurück, das bei genauerem Hinsehen voller Absurditäten und Abgründe steckt. Besonders die erste Hälfte des Films ist dabei von einer faszinierenden Rätselhaftigkeit geprägt, die viele Fragen aufwirft und sich der klaren Zuordnung zu einem Genre strikt verweigert.

Mit sanftem Humor und leisem Horror führt Sabu in den Kleinstadt-Kosmos von "Happiness" ein und lässt sich dabei anfangs ebenso wenig wie der ruhige Protagonist Kanzaki (stark: Masatoshi Nagase) in die Karten schauen. Erst nach und nach wird deutlich, was die Hauptfigur bewegt, und auch "Happiness" wird eindeutiger. Dabei verliert das Thrillerdrama leider schnell an Reiz und quält zudem durch seine langsame Erzählweise – diese mag funktionieren, so lange die Zuschauer im Ungewissen bleiben, sobald das große Geheimnis gelüftet ist, sorgt sie allerdings für einige zähe Minuten.

So erscheint "Happiness" am Ende wie ein "Saw" (2004) fürs Arthouse-Publikum: Die blutigen Szenen dürften stärker im Gedächtnis bleiben als der Versuch, der menschlichen Seele auf die Schliche zu kommen. So interessant die Prämisse und so besonders der Ton von Sabus Film nämlich auch sein mögen, es bleibt es doch bloß bei Klischees und Oberflächlichkeiten.

Fazit: Sabus Film fasziniert zunächst durch seine Rätselhaftigkeit, die sich einer klaren Genrezuordnung verweigert. Mit zunehmender Laufzeit entpuppt sich "Happiness" allerdings als klischeehaftes Thrillerdrama, dessen interessante Prämisse und besonderer Ton nicht immer über die zähe Erzählweise hinwegtrösten können.




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