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Am Ende ist man tot
Am Ende ist man tot
© barnsteiner-film © Curious Collaboration

Kritik: Am Ende ist man tot (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Der Untertitel dieser Komödie lautet "Thalia Theater Hamburg Goes Kino". Das Kinoregiedebüt von Daniel Lommatzsch versammelt das ganze Ensemble des Thalia Theaters vor der Kamera, die Crew der Bühne ist am Film ebenfalls beteiligt. Die satirische Komödie, die dem Lauf des Geldes folgt und dabei durch die Lebenswelten verschiedener Personen mäandert, ist formal ein episodisch aufgebauter Spielfilm mit unterschiedlichen Schauplätzen. Stilistisch aber kann und will sie ihre Theaterhaftigkeit, die satirische Überhöhung und den unwahrscheinlichen Plot nicht verleugnen.

Worauf die Geschichte hinauswill, lässt sie lange offen, was die Spannung eine Weile schürt. Macht sie sich lustig über die versnobte Familie von Kesselstatt und ihre Sprösslinge? Prangert sie die Gier nach Reichtum an, die in allen Bevölkerungsschichten zu finden ist? Auffällig viele Geschwister-Konstellationen tummeln sich in der Handlung mit ihren nicht gerade wenigen Nebenschauplätzen. Die große Anzahl der Charaktere erschwert die Orientierung und führt oft auf Abwege. Denn anders als man es in einem Spielfilm erwartet, werden einige Figuren vielversprechend eingeführt, dann aber auf halber Strecke einfach am Rande stehengelassen. Auch bei der Musik fährt die Inszenierung keinen klaren Kurs: Die treibende Rockmusik, die dem Ganzen einen rebellischen Anstrich gibt, versiegt irgendwann fast, bevor sie am Schluss wieder aufgedreht wird.

Interessanter als der Plot an sich sind die oft ganz witzigen Dialoge. Der skurrile Humor lässt kaum ein Thema aus, von neuen Geschäftsideen mit eiweißreicher Kost für Bodybuilder - "gemahlener Zander" - bis zum Crash der Finanzmärkte. Als eine Zeugin der Polizei von einer Leiche im Kofferraum berichtet, fragt die Kommissarin: "Woher wollen Sie wissen, dass die Leiche echt war?" Auch die Dramen in der Unternehmerfamilie um echte und falsche Söhne und ihr prekäres Selbstwertgefühl haben ihren Reiz. Insgesamt aber fehlt es der Handlung an Schwung und Klarheit und ihre Nebenwege werden, je länger der Film dauert, betulich und anstrengend.

Fazit: Im Kinoregiedebüt von Daniel Lommatzsch unternimmt das Ensemble des Hamburger Thalia Theaters einen Ausflug ins filmische Genre der Krimikomödie. Mit satirischem Biss und der Lust an grotesk-skurriler Überhöhung schildert sie, wie das Denken vieler Menschen aus allen sozialen Schichten um die Vermehrung des Geldes kreist. Zugleich geht es auch um die zwiespältige Macht der Familienbande. Weil die theaterhaft agierenden Charaktere jedoch zu zahlreich sind und sich die Handlung als zu verzweigt und unschlüssig erweist, kann die anfängliche Spannung nicht lange aufrechterhalten werden.




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