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Allein unter Schwestern
Allein unter Schwestern
© Neue Visionen © drei-freunde

Kritik: Allein unter Schwestern (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dieser turbulente holländische Kinderfilm handelt von einer Familie in Nöten und ist dennoch eine muntere Komödie geworden. Unter der Regie von Ineke Houtman nehmen die Abenteuer eines zwölfjährigen Jungen ihren Lauf, auf dem plötzlich eine große Verantwortung lastet. Denn der Vater soll am Herzen operiert werden und dem verschuldeten Familienhotel droht die Pfändung. Nun muss Kos seine Schwestern motivieren, ihm bei der Mammutaufgabe zu helfen, das Geld für den Gläubiger aufzutreiben. Ideen sind gefragt, die aber zu neuen Verwicklungen führen – und dazu, dass alle auch eine Menge Spaß haben.

Wie Kos sehnen sich auch seine Schwestern, die 19-jährige Libbie (Abbie Hoes), die 14-jährige Briek und das achtjährige Nesthäkchen Pel (Linde van der Storm) nach der verstorbenen Mutter. Ihr Andenken schwebt seit Jahren wie ein guter Geist über der Familie, in der jeder auf seine Weise mit dem Verlust umgeht. Nun haben alle Angst, dass auch der Vater sterben könnte, und aus Liebe zu ihm entdecken die eigenwilligen Geschwister ihren Zusammenhalt neu. Den entscheidenden Tipp, wie er die Mädchen zur Mithilfe gewinnen kann, bekommt Kos von seinem Vater: Man muss den Frauen Komplimente machen!

Wie Mädchen ticken, interessiert Kos sowieso brennend. Er möchte mit Mitschülerin Isabel zusammen sein, ihr gefallen, macht aber im entscheidenden Moment leider alles falsch… Für solche und allerhand andere Fettnäpfchen, die mit Kinder- und Jugendängsten vor Fehlleistung und peinlicher Bloßstellung spielen, findet der Film drastisch-witzige Bilder. Vieles tendiert ein wenig zur grotesken Überzeichnung, was die sommerlich-unbeschwerte Leichtigkeit der Geschichte nur betont. So schießt Kos den entscheidenden Elfmeter, ohne den Blick auf das Tor, sondern auf den Vater am Spielfeldrand zu richten. Und die lustige jüngste Schwester Pel geht mit dem Thema Tod in aller Unschuld sehr nüchtern, fast schon makaber um.

Der weite Nordseestrand, an dem das renovierungsbedürftige Hotel der Familie liegt, sorgt für sommerliche Atmosphäre. Die Szenen am Krankenbett des Vaters, der ein gemütlich-humorvoller Charakter ist, sind manchmal rührend, nehmen aber nicht zu viel Raum ein. Umso lustiger können sich die Rettungsaktivitäten und sonstigen Abenteuer der Kinder draußen entfalten. Dieser hübsche Sommerfilm für das junge Publikum macht unweigerlich gute Laune. Seine zum Teil pfiffigen Ideen und die markanten Kindercharaktere sorgen dafür.

Fazit: Bei seinen Versuchen, das Familienhotel zu retten, während sein Vater im Krankenhaus liegt, ist ein zwölfjähriger Junge auf die Hilfe seiner Schwestern angewiesen. Und Mädchen stecken für ihn sowieso gerade voller Rätsel. Die jungen Protagonisten packen ihre Probleme in dieser niederländischen Familienkomödie mit Mut, aberwitzigen Ideen und Optimismus an und erleben dabei eine Menge Spaß und die Kraft des Zusammenhalts. Die sympathischen Kindercharaktere und die gute Mischung aus Gefühl, Komik und Spannung sorgen für unbeschwerte Unterhaltung.




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