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Kritik: Glück ist was für Weicheier (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Glück ist was für Weicheier" stammt von der rumänischen Filmemacherin Anca Miruna Lăzărescu, die vor drei Jahren mit der Tragikomödie "Die Reise mit Vater" debütierte. Zuvor hatte sie bereits einige Kurzfilme und Dokus realisiert. Den beiden Jungdarstellern Ella Frey und Emilia Bernsdorf stehen im Film die beiden bekannten Charaktermimen Martin Wuttke und Christian Friedel gegenüber. "Glück ist was für Weicheier" feierte seine Premiere 2018 bei den Hofer Filmtagen.

"Glück ist was für Weicheier" verfügt zwar über einige erfrischende Ideen, einen überzeugenden Cast sowie eine sympathische Hauptfigur mit hohem Identifikationspotenzial. Dass die spritzig und rasant inszenierte Tragikomödie dennoch nicht mehr ist als ein durchwachsener Mix aus Coming-of-Age, Sterbe-Drama und Komödie geworden ist, liegt am wenig geglückten Humor und zu vielen inhaltlichen Nebenschauplätzen. Zunächst einmal fehlt es an einem einheitlichen humoristischen Grundton. Regisseurin Lăzărescu kann sich nämlich nicht zwischen derbem und schwarzem Humor, subtiler Situationskomik (etwa wenn sich Jessicas Vater unerwartet einiger höchst bizarrer Anmachversuche erwehren muss) und Brachial-Witz entscheiden. So entsteht eine unausgegorene komödiantische Mischung.

Leider sorgen auch die vielen angeschnittenen Themen (Mobbing, psychische Störung, Trauerarbeit, Pubertät, Tod, unglückliches Schwärmen) und auftretenden Nebenfiguren dafür, dass der Film einen wenig homogenen Gesamteindruck macht. Doch nicht alles ist misslungen. Martin Wuttke etwa brilliert als innerlich zerrissener, vom Schmerz der Verluste (Tod der Frau, nahender Tod der Tochter) gezeichneter Mann und liebevoller Vater. Seine Leistung wird nur noch durch Ella Frey getoppt, die sich hier als echte Neuentdeckung erweist und mit so viel Spiellust, Intelligenz und Leidenschaft agiert, dass es einem den Atem raubt.

Fazit: Von einem bärenstarken Cast getragener, leichtfüßig inszenierter Mix aus Tragikomödie und Coming-of-Age, dessen Humor leider zu selten wirklich zündet.




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