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Tad Jones und das Geheimnis von Köng Midas
Tad Jones und das Geheimnis von Köng Midas
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Tad Stones und das Geheimnis von Köng Midas (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Wie stark der animierte Tad Stones dem Realfilmhelden Indiana Jones nachempfunden ist, zeigt schon sein Name, denn in der spanischen Originalversion heißt er Tadeo Jones. Unter der Regie von Enrique Gato und David Alonso erlebt er nun sein zweites filmisches Abenteuer, das, anders als "Tad Stones – Der verlorene Jäger des Schatzes!" von 2012, in Deutschland auch in die Kinos kommt. Die turbulente, mit Action und Komik vollgepackte Schatzsuche knüpft an die antike Legende des König Midas an. Sie führt an geschichtsträchtige Orte wie die Alhambra in Granada und ins türkische Kappadokien.

Die Action hangelt sich an bewährten Versatzstücken aus dem Abenteuer-Genre entlang. Da gibt es steinerne Statuen, die sich bei Berührung bewegen, versteckte Räume, die sich unversehens öffnen, Gefahren, die jene heimsuchen, welche einen Schatz entwenden wollen. Aber der Film legt auch sehr viel Wert auf flippige Komik, die die Haupthandlung konstant begleitet. Die Mumie verliert immer wieder ein oder zwei klapprige Gliedmaßen. In einer Art Running Gag kleidet sie sich ortsüblich ein und schlüpft in Las Vegas in den weißen Anzug eines Elvis-Imitators, in Spanien kommt sie als Flamencotänzerin daher und verdreht einem Taxifahrer den Kopf. Die beiden tierischen Sidekicks Hund und Vogel liefern sich einen Kleinkrieg, als wären sie rivalisierende Geschwister. Der altkluge Vogel hält auch nicht viel von Tad und sagt ihm das, indem er Holzschilder mit deutlichen Worten hochhält.

Ein weiterer Running Gag besteht darin, dass Tads Liebeserklärung an Sara immer wieder von außen gestört und dann aufgeschoben wird. Die Dialoge springen zwischen den verschiedenen Handlungsebenen sehr flott hin und her und es ist nicht immer leicht, ihnen zu folgen. Auch die visuelle Gestaltung sorgt leider dafür, dass die Orientierung in diesem Film schwerfällt. Weil die Hintergründe oft relativ monoton sind, kann das Auge die visuellen Räume nicht genügend in eigener Regie erkunden. Schnitt für Schnitt werden dem Betrachter die Bilder, die jeweiligen Szenenwechsel relativ abrupt vorgesetzt und entzogen, oft bevor sie richtig erschlossen werden konnten. Die laute Musik festigt den unruhigen Eindruck. So haftet diesem ereignisreichen Animationsfilm auch eine unvorteilhafte Hektik an.

Fazit: Der Held dieses spanischen Animationsfilms und seine Begleiter veranstalten eine turbulente archäologische Schatzsuche, die sich stark am Muster der Indiana-Jones-Abenteuer orientiert. Reizvolle folkloristische und mythologische Motive garnieren die actionreiche Handlung, die aber auch von einem zuweilen recht schrillen Humor begleitet wird. Die visuelle Gestaltung bietet dem Betrachter zu wenig Freiräume, den Blick schweifen zu lassen und Orientierung zu gewinnen. So wirkt der Inhalt etwas zu vollgepackt und die Inszenierung tendenziell aufdringlich.




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