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Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel - Augsburger...kiste
Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel - Augsburger Puppenkiste
© KIKO Productions

Kritik: Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel - Augsburger Puppenkiste (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das berühmte Marionettentheater Augsburger Puppenkiste bringt nun jedes Jahr an den Adventssonntagen eine weihnachtliche Inszenierung in die Kinos. Auf "Die Weihnachtsgeschichte" im vergangenen Jahr folgt heuer Cornelia Funkes "Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel". Diese konsumkritische und humorvolle Geschichte, die für ein traditionelles Weihnachtsfest im Sinne der Kinder plädiert, wurde bereits 2011 als Realfilm adaptiert. In dieser Bühnenversion mit den hölzernen Marionetten entfaltet sich der Charme des Stoffs jedoch auf ganz eigene Weise.

Zwischen den einzelnen Akten der Theateraufführung blickt die Kamera in die Gesichter der jungen Zuschauer im Publikum. Doch in Wirklichkeit wurde das Stück für den Film im Studio nachgespielt, um der Kamera mehr Spielraum zu geben. Dennoch bleibt auch diese Inszenierung ein Theaterstück. Es entfaltet gerade dann seinen besonderen Reiz, wenn die Bühne und der rote Vorhang mit ins Bild kommen, um das Geschehen einzurahmen. Dann wirken beispielsweise Bens Eltern, die in ihrem Wohnzimmer sitzen und über eine Reise in den Süden sprechen, niedlich wie die Spielfigürchen einer Puppenstube.

Der Zauber eines traditionellen Weihnachtsfests mit der geheimnisvoll märchenhaften Atmosphäre, der sinnlichen Freude an Schneefall und Lichterglanz, wird in dieser Inszenierung lebendig. Dennoch hat sie nichts Schwulstiges. Erstens ist Julebukk ein ziemlich fröhlicher, noch gar nicht so alter Weihnachtsmann, zweitens sind seine Begleiter urige Gestalten. So machen sich seine beiden Kobolde respektlos über alles und jeden lustig. Mit ihnen zieht eine skandinavische Heiterkeit in die Geschichte ein, die aber auch mit abenteuerlich-dramatischen Passagen aufwartet. Sollten die Jüngsten im Publikum nach dem Film keine Nussknacker-Figuren mehr sehen wollen, so wäre ihnen das nicht zu verdenken. Denn die grimmigen Soldaten von Waldemar Wichteltod haben einen großen Mund und verbreiten für ein paar Momente Furcht und Schrecken.

Unaufdringlich reizvoll wirkt das Bühnenbild, das noch von der 2009 verstorbenen Traudl Vogler für die Theateraufführungen des Stücks konzipiert wurde. Wenn Matilda oder auch Julebukk zwischendurch ein Lied vortragen, passt diese Musical-Note wunderbar zum unbekümmerten, leicht entrückten Grundton der Geschichte. Insgesamt bietet dieser Film jungen Kinobesuchern also eine gelungene Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

Fazit: Zum zweiten Mal kommt an den Adventssonntagen eine weihnachtliche Inszenierung der Augsburger Puppenkiste in die Kinos. In der Form eines Marionettentheaters erhält Cornelia Funkes Abenteuergeschichte über den Weihnachtsmann Niklas Julebukk, der in der Welt der Menschen notlandet, ein besonderes Flair. Es betont den märchenhaft-humorvollen Charakter der Vorlage, die für eine Befreiung des Fests vom Konsumterror plädiert. Nicht nur Kinder, sondern auch ihre erwachsenen Begleiter dürften an dieser charmanten vorweihnachtlichen Kinounterhaltung ihre Freude haben.





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