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Forever My Girl
Forever My Girl
© Roadside Attractions

Kritik: Forever My Girl (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Schon die Prämisse ist mehr Wunsch als Wirklichkeit. Der aufstrebende Liedermacher, der seine Jugendliebe der Karriere opfert, und im Anschluss nicht nur die Hallen in Nashville und New Orleans, sondern rund um den Globus füllt, wirkt wie ein schlechter Drehbuchscherz. Dieser Liam Page (Alex Roe) ist ein Weltstar, der die Titelseiten ganzer Zeitschriftenregale ziert. Hinter der Bühne stehen die Groupies Schlange, auf der Straße verfolgt ihn ein kreischender Mob. Einzig das Kinopublikum nimmt Liam diesen Status von vornherein nicht ab. In der Vorlage war er immerhin Rockmusiker. Doch selbst für einen Countrysänger kommt Liam viel zu uncharismatisch, seine Songs viel zu uninspiriert daher. Diesen eklatanten Widerspruch zwischen dem, was die Handlung behauptet, und dem, was auf der Leinwand zu sehen ist, wird "Forever My Girl" bis zum Schluss nicht mehr los.

Bethany Ashton Wolfs Liebesdrama basiert auf Heidi McLaughlins gleichnamiger Vorlage. Seit 2012 hat die Fließbandschreiberin 20 Romane veröffentlicht, die sich zwar ordentlich verkaufen, über das Niveau von Schmonzetten aber nicht hinausreichen. Nicholas Sparks für Arme. Der Vorlage entsprechend reiht Ashton Wolfs Skript munter Unglaubwürdigkeiten aneinander. Dass die Welt und Liam nichts von dessen Tochter Billy (Abby Ryder Fortson) wissen, obwohl das Privatleben des Musikers in allen Einzelheiten offenliegt und Liam Billys Mutter Josie (Jessica Rothe) immer noch liebt, ist ebenso unsäglich dürftig konstruiert wie die gesamte Ausgangslage, alle hanebüchenen Wendepunkte und das obligatorische Happy End. Selbst mit viel gutem Willen schluckt das Publikum diese harten Brocken nicht.

Der Regisseurin und Drehbuchautorin gelingt es aber auch zu keinem Zeitpunkt, die nur schwer zu verdauende Geschichte auf irgendeine Art zu versüßen. Die Handlung ist in ihrer Einfallslosigkeit beängstigend vorhersehbar. Alex Roe, der in "Hot Summer Nights" (2017) vor Virilität strotzt, agiert blutleer. Im Zusammenspiel mit der sichtlich bemühten Jessica Rothe ("Happy Deathday") kommt keinerlei Chemie auf. Zudem geht Ashton Wolf über Weite Strecken das Gespür für Schauspielerführung ab. Die Dialoge zwischen den beiden Protagonisten sind ungelenk, angestrengt und von Romantik meilenweit entfernt. Brächte Abby Ryder Fortson als vorlaute und altkluge Billy nicht zumindest etwas Witz und Schwung in den Film, schliefe man spätestens nach einem Drittel ein.

Fazit: Wie Heidi McLaughlins Romanvorlage ist auch Bethany Ashton Wolfs Filmversion eine Schmonzette auf unterstem Niveau. Schauspiel und Handlung sind aufgesetzt und vorhersehbar. "Forever My Girl" ist ein Liebesfilm ohne Romantik, ein Familiendrama ohne Glaubhaftigkeit, ein Musikfilm ohne gelungene Songs.




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