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The Darkest Minds - Die Überlebenden
The Darkest Minds - Die Überlebenden
© 20th Century Fox

Kritik: The Darkest Minds - Die Überlebenden (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Mit "The Darkest Minds – Die Überlebenden" findet eine weitere Young-Adult-Romanreihe den Weg in die Lichtspielhäuser: Die Regisseurin Jennifer Yuh Nelson hat (auf Basis eines Skripts von Chad Hodge) den ersten Band der dreiteiligen Buchserie von Alexandra Bracken verfilmt. Darin wird eine Dystopie geschildert, in welcher eine Krankheit fast alle Kinder getötet hat – während die titelgebenden Überlebenden aufgrund ihrer plötzlich entwickelten Superkräfte vom Staat eingesperrt werden.

Die Prämisse der Geschichte ist durchaus reizvoll – und auch einige andere Punkte bergen ein gewisses Potenzial in sich: Die Tragik, dass Kinder von ihren Eltern getrennt werden, ist erschreckend aktuell; zudem konnten mit Amandla Stenberg ("Du neben mir") und Harris Dickinson ("Beach Rats") zwei talentierte Nachwuchsstars für die zentralen Rollen gewonnen werden. Bedauerlicherweise nutzt das Werk die vorhandenen Stärken nicht. Die Handlung wirkt extrem unausgegoren – selbst wenn man berücksichtigt, dass dies erst der Auftakt zu einer geplanten Trilogie ist.

Zu viele Fragen bleiben unbeantwortet, zu viele Aspekte dieser Welt wirken oberflächlich gezeichnet. Wie die Erwachsenen ohne Kinder weiterleben und wie es der Regierung gelingt, die Gefangenschaft der Kinder zu rechtfertigen, wird kaum gezeigt. Und auch die beiden Hauptfiguren Ruby und Liam, die sich im Laufe ihrer Flucht ineinander verlieben, bleiben trotz der Chemie zwischen Stenberg und Dickinson blass. Ruby mag etwas "ganz, ganz Besonderes" sein (wie es an einer Stelle heißt) – als Heldin verfügt sie dennoch über keine nennenswerten Eigenschaften. Hinzu kommt, dass es an antagonistischen Größen mit interessanten Motiven fehlt; Bradley Whitford ("Get Out") als zwielichtiger US-Präsident oder Gwendoline Christie ("Game of Thrones") als Kopfgeldjägerin werden völlig vergeudet.

Jennifer Yuh Nelson setzt das Geschehen eher uninspiriert in Szene – ebenso wie das Drehbuch keine einzige originelle Zeile hervorzubringen vermag. Jeder Satz ("Du darfst dich nie dafür schämen, wer du bist!") mutet abgedroschen an, jede Wendung ist vorhersehbar, jede Geste kennt man bereits aus etlichen anderen Filmen – etwa aus der "Tribute von Panem"- oder der "Maze Runner"-Reihe. Die Botschaft ("Ich finde es gut, wie ich bin!") ist lobenswert, ihre Vermittlung aber leider gänzlich frei von Einfällen.

Fazit: Trotz vielversprechender Prämisse und sympathischer Besetzung ist die Jugendbuch-Adaption eine ambitionslose und unstimmige Aneinanderreihung von bekannten Standardsituationen.




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