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Matti & Sami und die drei größten Fehler des Universums
Matti & Sami und die drei größten Fehler des Universums
© Universum Film

Kritik: Matti & Sami und die drei größten Fehler des Universums (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Es passiert viel in diesem Kinderfilm, der davon erzählt, wie das Universum des zehnjährigen Matti aus den Fugen gerät. Er entdeckt, dass Erwachsene lügen können und dass seine Eltern Probleme haben, die dringend behoben werden müssen. Unter der Regie von Stefan Westerwelle ("Solange du hier bist") ist ein witziger, der Vorstellungswelt des jungen Helden folgender Film entstanden, der auf dem gleichnamigen Roman des Berliner Schriftstellers Salah Naoura basiert.

Weil es von zentraler Bedeutung für die Handlung ist, welchen Reim sich Matti auf die Realität macht, führt seine Voice-Over-Stimme durch seine Gedankenwelt. Kaum hat der aufgeweckte Junge entdeckt, dass seine Eltern nicht nach den Regeln spielen – sie lügen, sie streiten -, probiert er aus, ob ihm diese Erkenntnis nicht neue Freiheiten eröffnet. Letztlich hat er ja nur Gutes im Sinn, und wenn er dazu selbst auf ein-zwei Lügen zurückgreifen muss, dann ist das den Versuch wert. So manövriert Matti die ganze Familie in ein Glücksversprechen, das mit dem finnischen Traumhaus am See nur vorgeflunkert ist. Und weil sich alle so freuen, traut sich der arme Junge nicht, die Wahrheit zu sagen…

Bis zu diesem spannenden Höhepunkt der Geschichte stellt sich Matti noch einer Reihe kleinerer Herausforderungen, die zugleich Einblick in seinen Alltag geben. Sulo und Annette sind trotz ihrer Probleme im Grunde liebe, sympathische Menschen, die aneinander hängen und ihre Kinder mögen. Matti, der sich auch um den kleinen Bruder Sami kümmert, der noch weniger versteht, was da los ist, lernt als aktiver Held aus Fehlern – den eigenen und denen der anderen. Die beiden Kindercharaktere sind gut gezeichnet und werden von ihren Darstellern sehr glaubhaft zum Leben erweckt.

Dass sich der Film an der Erlebniswelt Mattis orientiert, hindert ihn nicht daran, sehr realitätsnah zu wirken. Matti muss sich mit komplexen Dingen auseinandersetzen, was sowohl abenteuerlich, als auch ernüchternd wirken kann. So wechseln sich flotte und stimmungsmäßig gedämpfte Szenen ab, in denen nicht nur die Familie vorkommt, sondern auch die Schule, ein Besuch aus Finnland, der beste Freund, Onkel Kurt (Roy Peter Link) als weitere Bezugsperson. Diese bunte Vielfalt lässt die Wege und Gedankengänge Mattis manchmal labyrinthisch und auch anstrengend wirken. Das macht diesen insgesamt unterhaltsamen und dabei anspruchsvollen Film erst für größere Kinder empfehlenswert.

Fazit: Die aufregende Vorstellungswelt eines zehnjährigen Jungen, der dem Glück seiner Familie auf die Sprünge helfen will, lässt diese Romanverfilmung zwischen naivem Charme und Realismus balancieren. Die gut gezeichneten und gespielten Charaktere der beiden Titelfiguren geben der manchmal komplizierten Geschichte um gute und schlechte Lügen, wichtige, falsche und fehlende Hoffnungen eine sympathische Erdung. Der Spielfilm empfiehlt sich für größere Kinder mit seiner Fähigkeit, aus anspruchsvollen Themen eine witzige, relativ unbeschwerte Handlung zu stricken.




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