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Die grüne Lüge
Die grüne Lüge
© 24 Bilder © Little Dream Entertainment GmbH

Kritik: Die grüne Lüge (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Passend zum Kinostart veröffentlichte die Journalistin Kathrin Hartmann ein gleichnamiges Buch. Wie natürlich und verträglich sind die von der Industrie angepriesenen Güter wirklich? Was kann der Einzelne gegen Falschinformation tun? Diese und andere Fragen wirft Hartmann in ihrem Buch, in dem sie die Konzerne kritisiert und von der Politik Gesetze fordert, auf. Regisseur Werner Boote wurde mit polarisierenden, kritischen Dokus wie "Plastic Planet" und "Population Boom" bekannt.

Boote und Hartmann leisten mit ihrem Film wichtige Aufklärungsarbeit, die die Politik seit Jahren sträflich versäumt. Obwohl es freilich ihre Aufgabe wäre. Heuchlerisch und schöngefärbt sind etwa die Botschaften und Versprechen, die Weltkonzerne wie Unilever oder Ikea über ihre Clips und ihre Werbung streuen. "Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Teil unserer Strategie" heißt es da etwa, oder "Wir können eine gerechte Welt für uns alle schaffen." Den besten Beweis, dass es sich dabei meist nur um hohle Phrasen und Worthülsen handelt, liefern die Filmemacher durch das Aufzeigen der katastrophalen Folgen der globalen Palmölproduktion. Katastrophale Folgen für Mensch und Natur.

Zum einen ist dieses Beispiel deshalb so gut gewählt, da sich Palmöl in so vielen Produkten des alltäglichen Bedarfs befindet, von Süßigkeiten wie Schokolade, Waschmittel, Kosmetik bis hin zum Biosprit. Kaum ein anderes, vermeintlich "faires" Produkt konsumieren die Menschen, die sich dessen vermutlich gar nicht bewusst sind, in höherem Maße. Andererseits verdeutlicht eben jene Palmölproduktion die erwähnten schlimmen Auswirkungen auf die Umwelt und die Einheimischen. Betroffene geben im Film ausführlich Auskunft über die an ihnen begangenen Menschenrechtsverletzungen, die Umsiedlungen, Vertreibungen.

Boote und Hartmann gehen durch die Supermärkte und schauen ganz genau hin – im wahrsten Sinne. Denn ein genauer Blick (mit der Lupe) auf die Produktbeschreibungen offenbart die schönfärberischen Beteuerungen und Versprechen der Konzerne. Worum es ihnen eigentlich geht, bringt einer der im Film Befragten unmissverständlich auf den Punkt: "Ums Geld, Geld, Geld." Es ist das Verdienst von Boote und Hartmann, dass mit diesem aufklärerischen, Missstände aufdeckenden und gründlich recherchierten Film, die wahren Absichten und Machenschaften der Industrie deutlich werden.

Fazit: Umfassend recherchierte und hoch informative Dokumentation über – vermeintlich – faire und ökologische Lebensmittel und Alltagsgegenstände, die den verbrecherischen Konzernen mit unangenehmen Fragen auf den Zahn fühlt.




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