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Geniale Göttin - Die Geschichte von Hedy Lamarr
Geniale Göttin - Die Geschichte von Hedy Lamarr
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Kritik: Geniale Göttin - Die Geschichte von Hedy Lamarr (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

In ihrem dokumentarischen Werk "Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr" gelingt Alexandra Dean ein facettenreicher Blick auf die Schauspielerin, die dank Auftritten in Filmen wie "White Cargo" (1942) als "schönste Frau der Welt" galt – allerdings noch sehr viel mehr als ein glamouröser Hollywoodstar mit stets skandalträchtigem Liebesleben war. Wie der deutsche Verleihtitel bereits verdeutlicht, geht es hier auch um Lamarrs Genialität – und darum, die Geschichte dieser Frau (nicht den sensationslüsternen Gossip) zu schildern.

Zu dem Material, auf das Dean neben Archivaufnahmen, Fotografien, Film-Clips und diversen talking heads (darunter Mel Brooks und Diane Kruger) zurückgreift, um Lamarrs Leben und Karriere audiovisuell einzufangen, zählt ein auf vier Tonbändern aufgezeichnetes Interview mit Lamarr von 1990, welches erst nach etlichen Jahren wiederentdeckt wurde. Darin sprach Lamarr zum ersten und einzigen Mal öffentlich über ihre Erfindung: In den 1940er Jahren hatte sie zusammen mit dem Komponisten Georg Antheil ein sogenanntes "Frequenzsprungverfahren" zur Steuerung von Torpedos entworfen. Dieses bot die Gelegenheit einer Funkverbindung, die sich nicht stören lässt. Das Verfahren, das ab den 1960er Jahren in weiterentwickelter Form zum Einsatz kam, ist die heutige Grundlage für sicheres Wi-Fi, Bluetooth, Handys, GPS und Militärtechnologie.

Zwar erhielt Lamarr 1997 gemeinsam mit Antheil eine Auszeichnung und wurde zudem 2014 posthum in die National Inventors Hall of Fame aufgenommen; dennoch ist ihre erstaunliche Geschichte noch immer zu wenig bekannt. Deans Werk leistet einen wichtigen Beitrag, um auf Lamarrs historisches Verdienst, auf die Stärke und die Brillanz dieser Frau auch abseits der Leinwand aufmerksam zu machen.

Fazit: Ein gut recherchierter Dokumentarfilm, der sich respektvoll mit der vielseitigen Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr befasst. Sehenswert!




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