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Kritik: Sicario 2 (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Thriller "Sicario" schilderte 2015 mit grimmiger Härte die kriminellen Zustände an der mexikanisch-amerikanischen Grenze und die Hilflosigkeit der Polizei angesichts der von mexikanischen Drogenkartellen begangenen Morde. Nun hat Taylor Sheridan, der für das Drehbuch viel Lob bekam, eine Fortsetzung vorgelegt. Für die Regie ist diesmal nicht mehr Denis Villeneuve, sondern der Italiener Stefano Sollima ("Suburra") verantwortlich. Im Sequel fehlt die von Emily Blunt gespielte zentrale Frauenfigur des Originals. Außerdem spielt der neue Film, vor allem anfangs, an verschiedenen Schauplätzen bis hin zu Afrika, was nicht nur die globale Dimension des Verbrechens betont, sondern dem Geschehen auch eine gewisse Beliebigkeit gibt.

Matt verhört in Afrika einen Piraten, der die Küste kontrolliert, aber Schiffe aus dem Jemen passieren lässt. Mit ihnen könnten gewaltbereite Islamisten bis nach Mexiko gelangen. Matt und seine Auftraggeber wollen die mexikanischen Kartelle aufeinanderhetzen, haben aber nicht bedacht, dass auch die mexikanische Polizei bereits von der organisierten Kriminalität unterwandert ist. So wird der Autokonvoi, in dem Matt, Alejandro und Isabela nach Mexiko reisen, zum Himmelfahrtskommando. Sobald die Handlung dann überwiegend in Mexiko spielt, erreicht sie ein Ausmaß an beklemmender Spannung und brutaler Action, das stellenweise an den Originalfilm erinnert. Sollima gelingen beeindruckende Bilder. Zu den Höhepunkten zählt die Szene, in der amerikanische Hubschrauber mexikanische Gangster im Auto attackieren. Und wenn Alejandro im Gelände mit einer Schusswunde im Gesicht erwacht und sich zu retten versucht, fesselt die Rohheit des Geschehens.

Allerdings mutieren Matt und Alejandro auch zu ziemlich beliebigen Actionhelden, wie es sie in zahllosen anderen Krimis gibt. Sie werden im Stich gelassen, müssen ihre Haut retten, stoßen an die Grenzen der eigenen Abgebrühtheit. Alejandro, der seine Tochter verlor, entwickelt sich zum Beschützer der Tochter seines Erzfeindes. Diese junge Figur wird als intelligent und aggressiv charakterisiert, rückt dann aber doch in eine recht passive Beobachterrolle. Die harte Action gehört wieder einmal den Männern und das Ende verweist darauf, dass der Kampf weitergeht.

Fazit: Regisseur Stefano Sollima verleiht dieser Fortsetzung des Drogenkrieg-Thrillers "Sicario" aus dem Jahr 2015 in den Actionpassagen eine Härte, die den Vergleich mit dem Original nicht zu scheuen braucht. Josh Brolin und Benicio Del Toro übernehmen wieder die männlichen Hauptrollen als tollkühne Haudegen, die ausgiebig von Schusswaffen Gebrauch machen. Sie entführen die Tochter eines mexikanischen Drogenbosses, um einen Krieg der Kartelle anzuzetteln, damit sie nicht mehr so viele Flüchtlinge und Terroristen in die USA einschleusen. Das erneut von Taylor Sheridan verfasste Drehbuch beschränkt sich jedoch nicht allein auf die düstere Lage an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, was der Atmosphäre eher abträglich ist.




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