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Kritik: Global Family (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Melanie Andernach und Andreas Köhler haben beide sowohl einen juristischen als auch einen kinematografischen Hintergrund. Sie war bisher vor allem als Produzentin aktiv, er als Kameramann. Mit dem dokumentarischen Werk "Global Family" liefern die beiden ihr Regie-Langfilmdebüt und schildern darin, so Andernach, den "Kampf, eine Familie zu bleiben, auch wenn Tausende Kilometer zwischen einem liegen."

Zum einen wird hier eine persönliche Geschichte erzählt, zum anderen werden jedoch universelle Themen behandelt – etwa die Frage, wer sich in welcher Form um die ältesten Familienmitglieder kümmern kann und was es überhaupt bedeutet, eine Familie zu sein. Die Familie Shaash, die im Zentrum steht, wurde durch den Bürgerkrieg in Somalia dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen; seither leben die Mitglieder über die ganze Welt verstreut – in Deutschland, Italien und Äthiopien.

Der Film widmet sich den unterschiedlichen Lebenssituationen in prägnanten Szenen und porträtiert insgesamt vier Generationen. Die Familienälteste Imra fühlt sich im äthiopischen Addis Abeba unwohl und zudem von ihrem Sohn Abdulahi schlecht betreut; Abdulahis Brüder Ibrahim und Aden wohnen in Bonn beziehungsweise Mailand, können allerdings nicht die nötigen finanziellen Sicherheiten bieten, um ihre Mutter nach Europa zu bringen. Ibrahims Tochter Yasmin hat sich indes mit ihren eigenen Kindern ein Leben in Deutschland aufbauen können. Die Reise nach Äthiopien zur (Ur-)Großmutter wird für Yasmin und die Kinder zu einer Herausforderung, die Andreas Köhler mit seiner Kamera gekonnt einfängt.

In vielen Momenten zeigt sich, dass das Duo Andernach und Köhler das erforderliche Vertrauen zu der Familie entwickeln konnte, wodurch eine intensive Beobachtung möglich wurde. "Dass sie dort leben und ich hier, ist unerträglich für mich", heißt es an einer Stelle in "Global Family". In solchen Passagen demonstriert der Film die Tiefe familiärer Bindungen.

Fazit: Ein einfühlsam gefilmtes Werk mit eindrücklichen Szenen zum Thema Familienzusammenführung beziehungsweise dem innigen Wunsch danach.




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