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Er Sie Ich (2017)

Familientherapie: Dokumentarfilm über zwei Eltern und ihre Erinnerung an ihre kurze Beziehung, aus der eine gemeinsame Tochter hervorging.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Er, das ist Christian, sie, das ist Angela und das Ich, das ist deren Tochter Carlotta Kittel, die Regisseurin dieses Films. Kittel ist bei ihrer Mutter aufgewachsen, weil ihr Vater Christian Angela schon vor Carlottas Geburt verlassen hatte. Wie lange die beiden eine Beziehung führten und ob sie überhaupt fest zusammen waren, darüber gehen die Meinungen auseinander. Jeder hatte andere Erwartungen, diese aber nie eindeutig genug formuliert. Dieses Versäumnis holt die Tochter nun nach. Sie hat Vater und Mutter getrennt voneinander befragt und ihnen im Anschluss die Aussagen des jeweils anderen vorgespielt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Für einen guten Film, egal ob Spiel- oder Dokumentarfilm, bedarf es nicht viel. Und doch kann man in der Beschränkung aus das Wenige alles falsch machen. Carlotta Kittel macht in "Er Sie Ich", ihrer Abschlussarbeit an der Filmuniversität Babelsberg, sehr vieles richtig und das, obwohl oder gerade weil sie dem doch ziemlich ausgetretenen Pfad folgt, den schon so viele junge Filmschaffende vor ihr beschritten haben: etwas Persönliches erzählen. Das wirkt oft beliebig und belanglos und nicht selten, wie aus der Not geboren.

Auch Kittels Biografie, besser gesagt die schwierige Beziehung ihrer Eltern, um die es im Konkreten geht, ist von außen betrachtet keinen Deut spannender als andere. Allein für deren Geschichte, die jeder so oder so ähnlich aus dem eigenen Bekanntenkreis kennt, bräuchte man kein Kinoticket lösen. Was die Regisseurin aus den Interviews mit ihren Eltern macht, wie sie sie arrangiert, Vater und Mutter mit den Aussagen des jeweils anderen und dabei auch mit ihrem alten Ich konfrontiert, ist jedoch äußerst sehenswert.

So simpel die Mittel, so groß der Effekt. Mehr als zwei Gesprächspartner, eine Kamera und einen Split-Screen braucht Carlotta Kittel nicht, um jede Menge über Liebe, Wahrnehmung, Erinnerung, vor allem aber Kommunikation zu erzählen. Obwohl die Eltern längst nicht mehr mit einander reden, entsteht durch die Montage auf der Leinwand ein Dialog, der nur anfangs versöhnlich scheint. Dass dieses Experiment eineinhalb Stunden dauert, glaubt man kaum, so lebhaft und anschaulich sind die Sätze, so faszinierend ist es dabei zuzusehen, wie die Wahrheit gebeugt und Erinnerung konstruiert wird, um mit der eigenen Vergangenheit im Reinen zu sein.

Fazit: "Er Sie Ich" ist ein mit einfachen Mitteln hergestellter Dokumentarfilm, der großen Effekt hat. Regisseurin Carlotta Kittel gelingt es, am Beispiel ihrer getrennt lebenden Eltern kluge Einsichten in die Dynamiken von Beziehungen und in die Mechanismen von Wahrnehmung, Erinnerung und Kommunikation zu geben.




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Land: Deutschland
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Kinostart: 08.03.2018
Regie: Carlotta Kittel
Verleih: Partisan Filmverleih

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