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Kritik: Hichki (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das indische Drama des Regisseurs Siddharth Malhotra erzählt eine charmante Geschichte über eine Lehrerin, die Ausgrenzung gewöhnt ist und trotzdem an sich glaubt. Sie will ihren sozial benachteiligten Schülern nicht nur Wissen beibringen, sondern auch das Selbstvertrauen, Widerstände zu überwinden. Der Film plädiert dafür, Menschen nicht auf ihre Schwächen und Probleme festzunageln, sondern ihre individuellen Stärken zu sehen. Auch übt er deutliche Kritik an der indischen Klassengesellschaft, in der Arme offener Verachtung und ausgeprägten Vorurteilen begegnen. Mit seiner sympathischen, überzeugenden Hauptdarstellerin Rani Mukerji und einer reichen Musikbegleitung, die schon beinahe an Bollywoodfilme erinnert, gelingt es dem Film, seine ernste soziale Botschaft unterhaltsam zu präsentieren.

Zuerst liegt der Schwerpunkt auf Nainas Auffälligkeit, die andere Menschen daran hindert, etwas anderes an ihr wahrzunehmen. Ihr Tourette-Syndrom äußert sich in kurzen Lauten, die wie Ausrufe klingen und in Handbewegungen gegen ihr Kinn, die sie nicht unterdrücken kann, vor allem, wenn sie nervös ist. Das wirkt ein wenig komisch und reizt ihre Schüler auch zum Lachen, lustig ist aber in Wirklichkeit, wie dieses Verhalten die Umgebung irritiert.

Rani Mukerji spielt Naina als so unbeirrt positive und selbstbewusste Person, dass man ihr Tourette bald schon nicht mehr als Störung oder Problem empfindet. So geht es auch ihren Schülern, auf deren Schwierigkeiten sich der Fokus des Films dann verlagert. Naina ist dann die Lehrerin, die diese Jugendlichen aus dem Slum zu einem Schulabschluss bringen will, und dass, obwohl sie wiederholt kurz vor dem Schulverweis stehen. Nicht nur der Lehrer der Eliteklasse 9a, auch andere sehen auf diese Außenseiter herab. Folglich trauen sich Nainas Schüler auch nicht zu, gute Noten zu schreiben. Wie Naina sie aufbaut und vor allem wie sie unterrichtet, wird sehr gerafft gezeigt und wirkt dann auch übertrieben vorbildlich. Aber die positive Beziehung der Lehrerin zu ihren Schülern erscheint glaubwürdig und sorgt für Wohlfühlatmosphäre.

Wie es sich für einen indischen Film gehört, gibt es viel Musik in Form von Hip-Hop, Popgesang und einer fast durchgehenden instrumentellen Begleitung der Handlung. Aber diese Üppigkeit wirkt hier nicht störend, sondern betont den fiktionalen Charakter des Films, der die Wirklichkeit vereinfacht und ihr positives Potenzial unterhaltsam zum Leuchten bringt.

Fazit: Das indische Schuldrama von Regisseur Siddharth Malhotra erzählt von einer engagierten Lehrerin, die sich von ihrem Tourette-Syndrom nicht entmutigen lässt. Diese positive Einstellung vermittelt sie auch ihrer Klasse sozial benachteiligter Kinder, die mit zahlreichen Vorurteilen konfrontiert sind. Die charismatische Hauptdarstellerin Rani Mukerji und eine beschwingte, von viel Musik geprägte Atmosphäre sorgen dafür, dass die gesellschaftskritische, aber durch und durch optimistische Botschaft unterhaltsam präsentiert wird.




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