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Die Poesie der Liebe
Die Poesie der Liebe
© temperclayfilm production & distribution GbR

Die Poesie der Liebe (2018)

Mr & Mme Adelman

Tragikomischer Liebesfilm: Eine Witwe rekapituliert ihre 45-jährige Beziehung zu einem erfolgreichen Autor.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.2 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 6 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Am Tag der Beerdigung des renommierten Schriftstellers Victor Adelman (Nicolas Bedos) wird dessen Witwe Sarah (Doria Tillier) von Antoine Grillot (Antoine Gouy) angesprochen, der ein Buch über ihren verstorbenen Gatten und den Einfluss der Menschen in dessen Umfeld schreiben möchte. So beginnt Sarah zu erzählen.

Sarah und Victor lernen sich 1971 in einem Pariser Nachtclub kennen. Der junge Mann, der zu diesem Zeitpunkt noch Victor de Richemont heißt, ist frustriert, weil sich kein Verlag für sein Manuskript interessiert. Nach einer missglückten gemeinsamen Nacht überarbeitet die Literaturdoktorandin Victors Entwurf; dennoch trennen sich die Wege der beiden vorerst wieder, da Victor Sarah zurückweist. Sarah macht sich daraufhin zunächst an Victors besten Freund Philippe (Grégoire Tachnakian) heran, dann taucht sie als Begleitung seines Bruders Antoine (Julien Boisselier) beim Weihnachtsessen von Victors bürgerlichen Eltern (Pierre Arditi und Christiane Millet) auf. Schließlich werden sie ein Paar. Victor nimmt Sarahs jüdische Identität und ihren Nachnamen an, um mit einem Werk über das Trauma des Holocaust einen ersten literarischen Erfolg zu feiern. Während die beiden einen Sohn und später eine Tochter bekommen, ereignen sich sowohl beruflich als auch privat etliche Höhen und Tiefen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

"Die Poesie der Liebe" ist das filmische Regiedebüt des Franzosen Nicolas Bedos, der in seiner Heimat durch seine überwiegend humoristische Tätigkeit beim Theater, Radio und Fernsehen sowie als Autor seit vielen Jahren bekannt ist. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Doria Tillier hat er das Drehbuch verfasst; zudem übernahm das Duo die Hauptrollen. Das Ergebnis ist eine energische Beziehungschronik, der die Balance zwischen bissigem Witz, bitteren Momenten und einer klugen Milieustudie gelingt.

Das Werk fängt auf der Trauerfeier des "großen Schriftstellers" Victor Adelman an, ehe es durch die Schilderungen der Witwe Sarah zurück in die 1970er Jahre geht und damit eine (selbstverständlich subjektiv gefärbte) Aufarbeitung der beinahe ein halbes Jahrhundert andauernden Liebesbeziehung beginnt. Die in Kapitel unterteilte Darlegung widmet sich dem Kennenlernen, der Verliebtheit, dem plötzlichen schriftstellerischen Erfolg von Victor, der Elternschaft, den Krisen, der Trennung, der Rückkehr und dem Tod. Eine Diskrepanz zwischen voice-over und dem Gezeigten deutet bereits die Unzuverlässigkeit der Erzählung an, die in einem Epilog endgültig offenbart wird. Reizvoll ist der Film nicht zuletzt durch die Art, wie er beiläufig das Zeitgeschehen einfängt und wie er durch die gekonnte Kameraführung von Nicolas Bolduc und die elegante Montage von Anny Danché eine glaubwürdige Entwicklung der Figuren im Laufe der Dekaden erfasst. Zu verdanken ist dies auch der sorgfältigen Arbeit der Make-up-Abteilung, die den Alterungsprozess überzeugend umsetzt, und vor allem den facettenreichen Schauspiel-Leistungen von Tillier und Bedos. Tillier, die hier in ihrem ersten Leinwandauftritt zu erleben ist, vermittelt intensiv die Hartnäckigkeit von Sarah.

Zwischen amüsanten, gelegentlich auch makabren Passagen sowie romantischen Augenblicken schafft es "Die Poesie der Liebe", von den Verletzungen zu erzählen, die sich Menschen selbst und einander antun können – etwa durch (Selbst-)Ausbeutung, Untreue oder auch aus Angst oder Langeweile. Das Werk dekonstruiert die Idee eines literarischen Genies und der Frau "an dessen Seite" – und verfügt zugleich über Selbstironie.

Fazit: Eine hervorragend gefilmte und engagiert gespielte Chronik einer Liebe voller Schwung, Humor und Tragik.




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Land: Frankreich, Belgien
Jahr: 2018
Genre: Drama
Kinostart: 20.12.2018
Regie: Nicolas Bedos
Darsteller: Doria Tillier als Sarah Adelman, Nicolas Bedos, Denis Podalydès
Verleih: temperclayfilm production & distribution GbR

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