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Kritik: Guardians of the Earth (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Dokumentarfilm des österreichischen Regisseurs Filip Antoni Malinowski vermittelt interessante Einblicke in das Geschehen auf der bahnbrechenden Pariser Weltklimakonferenz von 2015. Das nach langwierigen Verhandlungen erzielte Abkommen bereitet den Weg für weltweite Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase. Vor Ort gedreht, hält der Film die Etappen einer mühsamen und lange unsicheren Einigung fest. Er stellt in Gestalt verschiedener Delegierter, Berater, Beobachter und Aktivisten das Spektrum der Interessen vor, die zum Teil stark divergieren. Mehrere Delegierte versuchen vor allem, die heimische Wirtschaft vor Nachteilen zu bewahren.

Tagelang feilschen die Unterhändler verbissen um die beste Wortwahl im Schlussdokument. Manchen Ländern wird die Absichtserklärung zu konkret, anderen geht sie nicht weit genug. Man könnte darüber beinahe vergessen, wie konkret die Gefahren des Klimawandels sind. Der amerikanische Politiker und Umweltaktivist Al Gore füttert seinen Vortrag mit Bildern von Naturkatastrophen, die gerade irgendwo auf der Welt passieren. Der Vertreter der Seychellen, Ronny Jumeau, kann mit Aufnahmen belegen, wie der steigende Meeresspiegel in seiner Heimat die Strände verschwinden lässt. Der Dokumentarfilm ist immer dann am spannendsten, wenn er dem Gegenstand der Verhandlungen ein konkretes Gesicht geben kann. Oder wenn er schildert, wie stark sich einige Delegierte, Berater und Aktivisten für die Drosselung der Erderwärmung engagieren. Am Rande der Konferenz hält Naomi Klein einen kritischen Vortrag, junge Demonstranten, die im Gebäude und auf dem Gelände der Konferenz Aufmerksamkeit verlangen, werden von der Polizei weggetragen.

Viele Filmszenen muten an wie Schnappschüsse, entstanden zwischen Tür und Angel, in Verhandlungspausen, auf den Korridoren. Zu diesen impressionistischen Eindrücken gesellen sich kurze Statements einzelner Unterhändler und Beobachter. Die Filmmusik von Nils Frahm ("Victoria") betont die Atmosphäre verhaltener Spannung, die über der Konferenz liegt. Je länger sie dauert, desto mehr Emotionen drängen an die Oberfläche, der sachliche Tonfall, den erfahrene Teilnehmer pflegen, kann da schon mal kippen. Der informative Film mutet unausgesprochen wie ein Appell an, das so mühsam erzielte Abkommen nun auch als Verpflichtung für die Zukunft zu begreifen und es mit den nötigen Maßnahmen umzusetzen.

Fazit: Der Dokumentarfilm von Filip Antoni Malinowski beobachtet die Pariser Klimaschutzkonferenz der Vereinten Nationen im Jahr 2015. Er vermittelt einen lebhaften Eindruck davon, wie schwierig die Verhandlungen sind, die letztlich doch zum Erfolg führen. Das von den Teilnehmern so mühsam verabschiedete Abkommen lässt hoffen, dass die Staatengemeinschaft den Klimawandel in den Griff bekommt, indem sie globalen Umweltschutz vor nationale Egoismen stellt. Der Film bietet einen guten Überblick über die politischen Lager und die Interessenkonflikte in Paris, die vermutlich auch künftige Klimakonferenzen prägen werden.




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