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Kritik: Wildhexe (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Es ist eine faszinierende magische und dabei naturnahe Welt, in welche die Jugendbuchserie "Wildhexe" der Dänin Lene Kaaberbøl ihre Leser entführt. Nun kommt der dänische Spielfilm von Regisseur Kaspar Munk in die deutschen Kinos, der auf dem ersten der sechs Bände basiert. Die zwölfjährige Clara erfährt von ihrer Bestimmung, ähnlich wie einst ihr literarischer Seelenverwandter Harry Potter. Sie ist auserwählt, in den Kampf gegen die böse Macht namens Bravita Jungblut zu ziehen, die Claras Blut verlangt, weil sie ihr Gefängnis verlassen und wieder zu voller Kraft erstarken will. Das aber wäre das Ende der guten Wildhexen, deren Aufgabe es ist, im Einklang mit der Natur zu leben, sie zu schützen und Tieren zu helfen, die in Not sind.

Die Welt, in die die ahnungslose Clara hineingeworfen wird, mag Außenstehenden kompliziert erscheinen. Aber in der jugendlichen Zielgruppe des Films, die bei den Zehn- bis Zwölfjährigen beginnt, gibt es vermutlich viele Fans der Buchvorlage. Der Film führt auch alle anderen sachte an die Koordinaten dieser magischen Welt heran, die voller düsterer und gruseliger Geheimnisse zu stecken scheint, die sich nur teilweise offenbaren. Im Mittelpunkt steht nämlich das Gute, und seine stimmungsvolle Inszenierung mit Tante Isas Hexenhäuschen in der Idylle des Waldes verleiht dem Film einen ausgeprägten Wohlfühlcharakter. Die junge Gerda Lie Kaas spielt die rothaarige Clara mit entwaffnender Unschuld und Natürlichkeit als Mädchen, das zwischen Staunen und Verwirrung schwankt.

Besonders faszinierend ist in dieser sogenannten Wilden Welt die enge Verzahnung von Magie und Natur. Sie erinnert an archaische Legenden und Sagen, an Märchenbilder über Hexen, die im Wald leben und mit Raben sprechen. Männer können übrigens auch Wildhexen sein, und wenn Clara dem Rat der Rabenmütter vorgestellt wird, erkennt man unter den dunklen Kapuzen ihrer Mäntel auch ein paar männliche Gesichter. Claras neu entdeckte Hexeneigenschaften vertragen sich nicht mit ihrer bisherigen Position in der Schulklasse, sie droht, zur Außenseiterin zu werden. Aber sie findet einen charmanten, überraschenden Weg, zu sich zu stehen. Auf diesen gelungenen Einstand könnten getrost noch weitere filmische "Wildhexe"-Abenteuer folgen.

Fazit: Der dänische Jugendfilm, der auf der gleichnamigen, beliebten Fantasy-Buchreihe von Lene Kaaberbøl basiert, entführt sein Publikum in eine faszinierende magische Welt. Die reizvolle Verfilmung führt behutsam an diese komplizierte Welt heran und stellt die traumwandlerische Idylle eines Hexenhäuschen im Wald in den Mittelpunkt. Die sympathische Hauptdarstellerin und die stimmungsvolle visuelle Gestaltung überzeugen und sorgen dafür, dass die schweren, düsteren Anteile der Geschichte nicht zu stark ins Gewicht fallen.




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