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Latte Igel und der magische Wasserstein
Latte Igel und der magische Wasserstein
© Koch Media © Studiocanal

Kritik: Latte Igel und der magische Wasserstein (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der kleine Igel Latte erblickte 1958 das Licht der Welt. Erfunden hat ihn der schwedischsprachige finnische Autor Sebastian Lybeck. Allein in Deutschland verkauften sich dessen Kinderbücher mehr als 600.000-mal. Für den ersten Kinoauftritt wurde das kleine Stacheltier behutsam in die Gegenwart übertragen. In der Filmversion ist Latte ein Mädchen und weitaus mutiger als ihr bester Freund Tjum. Girl Power fürs 21. Jahrhundert.

Auch bei der visuellen Umsetzung haben die Macherinnen Mut bewiesen. Statt wie so viele heimische Trickfilme auf flache Animationen zu setzen, die an Kinderbuchillustrationen erinnern, geht diese deutsch-belgische Produktion in die Vollen. Die überaus plastischen und detaillierten Figuren, bei denen selbst feinste Härchen oder Stacheln zu erkennen sind, können sich auch im internationalen Vergleich sehen lassen.

Die gelungene Optik findet auf der Tonspur ihre Entsprechung. Die von Andreas Hoge komponierte und vom Leipziger Symphonieorchester eingespielte Musik drängt sich nie in den Vordergrund, sondern begleitet die Held*innenreise der kleinen Waldbewohner als emotionale Stütze. Und mit Henning Baum als Bärenkönig Bantur, Regina Lemnitz als Kröte Greta und Nicolas Böll als Tjums Vater, um nur ein paar wenige zu nennen, wurden auch die kleinsten Nebenrollen mit erstklassigen Synchronsprechern besetzt.

"Latte Igel und der magische Wasserstein" ist eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Mut. Die Regisseurinnen Nina Wels ("Der kleine Drache Kokosnuss", "Ritter Rost") und Regina Welker, die ihr Langfilmdebüt als Regisseurin gibt, erzählen sie mit Liebe zum Detail, mit dem richtigen Timing beim Erzähltempo, voller Slapstick und origineller Ideen.

Fazit: Dieser Kinderfilm über ein starkes Igelmädchen und ihren besten Freund, ein furchtsames Eichhörnchen, ist toll animiert, liebevoll und witzig erzählt und stets richtig getimt. Eine Abenteuerreise für die ganze Familie.




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