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Dance Fight Love Die: With Mikis On the Road
Dance Fight Love Die: With Mikis On the Road
© dejavu filmverleih

Kritik: Dance Fight Love Die: With Mikis On the Road (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Dance Fight Love Die: With Mikis On the Road" ist das Ergebnis einer 30-jährigen Zusammenarbeit: Asteris Kutulas beschäftigt sich seit dem Beginn der 1980er Jahre auf professioneller Ebene mit dem Œuvre des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis und fing 1987 damit an, diesen sowohl auf als auch abseits der Bühne zu filmen. Der Regisseur selbst nennt das Werk, das im Laufe von drei Dekaden entstand, eine "Verfolgungsjagd". Es ist kein klassisches dokumentarisches Porträt über das Leben und Wirken des Künstlers – vielmehr eine Clip-Collage, in welcher die 600 gesammelten Stunden Material zu einem assoziativ montierten Roadmovie werden.

Neben kurzen Passagen aus Konzerten und Auftritten an circa 100 Orten auf vier Kontinenten sowie Aufnahmen, die Einblick in Proben, Feste und private Momente geben, liefert Kutulas historische Bilder sowie gespielte Szenen zu den zeitlosen Opern-Themen Eros und Thanatos. Unterlegt sind diese visuellen Eindrücke der Welt von Theodorakis mit dessen Musik – zum einen im Original, zum anderen in jüngeren Interpretationen. Statt durch talking heads oder via voice-over auf den Einfluss des Komponisten hinzuweisen und damit (nicht zuletzt durch die Nähe von Kutulas zum Gegenstand seiner Betrachtung) Gefahr zu laufen, in Richtung eines Imagefilms zu rücken, bringt "Dance Fight Love Die" die Bedeutung von Theodorakis fast ohne gesprochene Worte, sondern auf gänzlich kinematografische Art und Weise zum Ausdruck.

Das Werk regt dazu an, mehr über den Werdegang von Theodorakis in Erfahrung zu bringen. Die Erlebnisse, die der inzwischen über 90-jährige Mann im Krieg, im Untergrund oder während seines vorübergehenden Exils in Frankreich gemacht hat, werden darin – ebenso wie Theodorakis' Verdienste in der Tagespolitik – in den Bildern mitgedacht, aber nicht explizit genannt. Wir sind hier mit dem engagierten Griechen unterwegs – und diese interkontinentale Tour ist oft auch überraschend witzig.

Fazit: Eine audiovisuelle Reise, die in assoziativer Form Bilder und Töne aus einer 30-jährigen Kollaboration findet, um sich dem Menschen und Künstler Mikis Theodorakis zu nähern.




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