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Das Haus der geheimnisvollen Uhren
Das Haus der geheimnisvollen Uhren
© Universal Pictures International

Kritik: Das Haus der geheimnisvollen Uhren (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der amerikanische Regisseur Eli Roth ("Hostel") besitzt ein Händchen für grimmige Horrorthriller, nun aber hat er zum ersten Mal einen gruseligen Fantasyfilm für ein Kinderpublikum inszeniert. Es handelt sich um die Verfilmung des gleichnamigen Bandes aus einer Jugendbuchreihe von John Bellairs, deren Held ein zehnjähriger Waisenjunge in den 1950er Jahren ist. Lewis lernt in seinem neuen Zuhause, in dem eine dunkle Gefahr lauert, von seinem Onkel das Zaubern. Um einem Schulfreund zu imponieren, holt Lewis eines Tages mit der verbotenen schwarzen Magie den bösen Zauberer Isaac Izard (Kyle MacLachlan) aus dem Reich der Toten zurück. In der Stunde der Not wird er beweisen müssen, ob er als Zauberlehrling die Kräfte, die er losgelassen, auch wieder besiegen kann, Seite an Seite mit Onkel Jonathan und der Nachbarin Florence.

Das abenteuerliche Geschehen bietet schaurigen Schrecken, kombiniert mit Witz und Spaß an schrulliger Magie. Eine Hauptrolle spielt das urige Haus selbst. Es ist mit viel Holz, alten Teppichen, Gemälden, stilvollen Möbeln und vielen, vielen Uhren eingerichtet, und es scheint mit seinen Bewohnern zu kommunizieren. Der exzentrische Onkel Jonathan, der nachts im Garten sein Blasinstrument ertönen lässt und auch sonst nichts von Regeln hält, besitzt ein Sofa, das sich von selbst bewegt, ein Klavier, das von allein erklingt, und im Garten eine quicklebendige Heckenfigur in Gestalt eines geflügelten Löwen. Dass das Haus auch dunkle Geheimnisse birgt, verschweigen der Onkel und Florence dem Jungen. Aus der Ambivalenz von Grusel und Witz, Ernst und Spiel, die viele Objekte und Figuren ausstrahlen, bezieht die ereignisreiche Handlung ihren Reiz. Einige Elemente wirken wie aus Horrorstoffen für Erwachsene entnommen oder spielen verschmitzt auf Filme wie "Poltergeist" oder "Die Vögel" an.

Die Rollen sind hervorragend besetzt. Jack Black kann als schillernder Zauberer Jonathan sowohl mit seiner entfesselten Kraft punkten, als auch mit seinem schelmischen und zugleich gutmütigen Humor. Cate Blanchett hat sichtlich Spaß in der Rolle Florences, deren magische Kraft gebrochen scheint, die aber über Humor und scharfen Verstand verfügt. Der junge Owen Vaccaro überzeugt als Lewis, der zwischen Trauer um seine Mutter, Einsamkeit und neugieriger Abenteuerlust schwankt. Der atmosphärisch beeindruckende Film bietet fantasievolles Kinovergnügen nicht nur für ein junges Publikum.

Fazit: Regisseur Eli Roth verleiht diesem lustig-schaurigen Fantasyabenteuer um einen Waisenjungen, seinen Onkel, der zaubern kann und dessen geheimnisvolles Haus regelrechte Gruselqualitäten. Jack Black ist hervorragend besetzt als exzentrischer Hausbesitzer Jonathan, der eine ähnlich spannende Ambivalenz aus Unberechenbarkeit und Verspieltheit besitzt wie die mit Horrorelementen gespickte Handlung. Die Ausstattung des verwunschenen Hauses mit seinen beweglichen Objekten trägt viel zum Reiz dieser überzeugenden Jugendbuchverfilmung bei.




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