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Grain - Weizen (2017)

Grain

Dystopisches Drama: In der nahen Zukunft besteht ein Großteil der Erde aus Ödland – und auch in den wenigen wohlhabenden Städten droht Mangel.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.0 / 5

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Durch den Klimawandel sind in einer nicht allzu fernen Zeit weite Teile des Planeten verödet. In einigen durch Magnetfelder abgeschirmten Städten und Schutzzonen, in welchen Konzerne die Macht übernommen haben, gibt es noch Nahrung sowie einen höheren Lebensstandard – doch auch das Dasein in jenen Gebieten gerät allmählich in Gefahr, da es immer wieder durch unerklärliche Mutationen des gentechnisch gezüchteten Weizens zu Missernten kommt.

Der zurückhaltende Biologe Erol Erin (Jean-Marc Barr) wurde mit der Suche nach einer Lösung für das Problem beauftragt. Dabei wird er auf die kritischen Studien seines ehemaligen Kollegen Cemil Akman (Ermin Bravo) aufmerksam. Mit seinem jüngeren Assistenten Andrei (Grigoriy Dobrygin) wagt er eine Reise ins Ödland, um den untergetauchten Akman ausfindig zu machen.

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Grain - Weizen - Grigori Dobrygin und Jean-Marc BarrGrain - Weizen - Jean-Marc BarrGrain - WeizenGrain - Weizen - Grigori Dobrygin und Jean-Marc BarrGrain - WeizenGrain - Weizen - Ermin Bravo und Jean-Marc Barr


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Mit "Grain – Weizen" präsentiert der 1963 geborene türkische Filmemacher Semih Kaplanoğlu ("Bal – Honig") seine neue Arbeit: Das in Schwarzweiß gedrehte Werk, welches seine Premiere im August 2017 auf dem internationalen Filmfestival in Sarajevo feierte, lässt an die sogenannte "Logik des Poetischen" des sowjetischen Regisseurs Andrei Tarkowski (1932-1986) denken: Wie in dessen Œuvre (zum Beispiel in "Solaris" oder "Stalker") geht es in Kaplanoğlus nachdenklichem Science-Fiction-Beitrag nicht um eine klassische Dramaturgie, sondern in erster Linie um starke, vieldeutige Bilder sowie um eine umfangreiche Reflexion statt um eine Handlung, die sich problemlos in ihren Stationen nacherzählen ließe.

Was hier zählt, ist vor allem die Erzeugung einer düsteren, unheildrohend-melancholischen Stimmung, die allerdings nicht durch Schocks und Effekte, sondern hauptsächlich durch ruhige Aufnahmen, durch Stille und Intensität gelingt. "Grain – Weizen" mag nach verkopftem Kunstkino klingen, ist dank der Zusammenarbeit zwischen Kaplanoğlu und dessen Kameramann Giles Nuttgens ("Perfect Sense") jedoch ein Fest fürs Auge – etwa wenn Weizenfelder eingefangen oder marode Stadtteile gezeigt werden; in Erinnerung bleibt nicht zuletzt eine Sequenz, in welcher ein (Alb-)Traum des Protagonisten visualisiert wird.

In seinen Bildern reflektiert der Film, dessen Geschichte von einer Sure des Korans inspiriert ist, über Themen wie Migration und über den fatalen Umgang des Menschen mit der Natur. Die Hauptrolle des Wissenschaftlers Erol Erin, der sich in das Ödland begibt, um dort Antworten zu finden, wird von Jean-Marc Barr ("Im Rausch der Tiefe", "Bad Banks") eindringlich verkörpert; auch dessen Interaktion mit Ermin Bravo, der Erols enigmatischen Ex-Kollegen Cemil Akman spielt, überzeugt.

Fazit: Ein Science-Fiction-Werk fernab von üblichem Erzählkino – in eindrücklicher Bildsprache und mit klugen Gedanken auf die Leinwand gebracht.




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Land: Türkei, Deutschland, Katar, Frankreich, Schweden
Jahr: 2017
Genre: Drama
Länge: 123 Minuten
Kinostart: 26.04.2018
Regie: Semih Kaplanoglu
Darsteller: Jean-Marc Barr als Erol, Ermin Bravo als Cemil, Grigory Dobrygin als Andrei
Verleih: Piffl Medien

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