VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
I Can Only Imagine
I Can Only Imagine
© 24 Bilder © KSM GmbH

Kritik: I Can Only Imagine (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

"I Can Only Imagine" von dem Regie-Duo Andrew und Jon Erwin (aka "The Erwin Brothers") basiert auf dem Werdegang des 1972 geborenen US-Singer-Songwriters Bart Millard, der als Frontmann der Band "MercyMe" Bekanntheit und Erfolg im Bereich der Contemporary Christian Music erlangte. Das Biopic lässt sich in die Kategorie der sogenannten Faith-based Movies einordnen. Dabei handelt es sich um Filme wie "Den Himmel gibt's echt" (2014), die sich vor allem an ein evangelikales Publikum im "Bibelgürtel" der Vereinigten Staaten richten – mit der Besetzung von Stars aber auch eine breitere Zuschauerschaft zu gewinnen versuchen.

So konnte für "I Can Only Imagine" etwa Dennis Quaid verpflichtet werden. Die Rolle des brutalen Vaters des Protagonisten, der durch seine unheilbare Krebserkrankung zu Gott findet und sich so seinem Sohn vor dem Tod doch noch annähern kann, interpretiert der seit mehr als vier Dekaden aktive Schauspieler mit unangenehmen Übertreibungen – und auch die Darstellungen der weiteren Cast-Mitglieder, insbesondere von J. Michael Finley im Hauptpart, vermögen kaum zu überzeugen. Zum Teil ist dies gewiss dem Skript von Jon Erwin und Brent McCorkle geschuldet: Die phrasenhaft-kitschigen Dialoge sind gelegentlich unfreiwillig komisch, zumeist allerdings ziemlich ärgerlich. Anflüge von intendiertem Humor wirken indes zu gewollt, um zu funktionieren. Die Dramaturgie folgt den Konventionen einer klassischen Aufsteigergeschichte, die inspirieren soll, aber allzu oberflächlich daherkommt.

Ebenso abgeschmackt mutet die Regie in vielen Momenten an – etwa wenn der verstorbene Vater dem auf der Bühne singenden Sohn im weißen Hemd und in betont heller Beleuchtung voller Stolz zusieht. Dass der Film mit Texttafeln endet, in denen wir unter anderem darüber informiert werden, dass "MercyMe" im vergangenen Jahr für den Präsidenten, den Vizepräsidenten, Mitglieder des Hauses und Kongresses sowie führende Regierungschefs der Welt beim National Prayer Breakfast aufgetreten ist, und ein Live-Auftritt vor Donald Trump und Mike Pence somit für die Macher offenbar als Erfolgsbeleg gilt, lässt dieses Werk nur umso unsympathischer erscheinen.

Fazit: Ein Biopic über den Frontsänger einer christlichen Band mit klischierten Dialogen, platter Inszenierung und schlechten Schauspiel-Leistungen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.