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Der Doktor aus Indien
Der Doktor aus Indien
© mindjazz pictures

Kritik: Der Doktor aus Indien (2018)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Gedreht wurde die Doku von Jeremy Frindel, der vor seiner Karriere als Regisseur als Sound Mixer und Operator tätig war. 2012 feierte er mit "One Track Heart" sein Langfilmdebüt. Darin porträtierte er einen Musiker, der nach Indien auswanderte und den exzessiven Lebensstil vergangener Tage hinter sich ließ. Der südasiatische Staat und seine Bewohner üben seit jeher eine große Faszination auf Frindel aus. Mit "Substratum Films" gründete er zudem seine eigene Film-Produktionsfirma. Der Schwerpunkt liegt auf dokumentarischen Porträts.

"Ayurveda ist die Kunst, in Harmonie mit seiner Umgebung zu leben", sagt Vasant Lad an einer Stelle und bringt damit den Kerngedanken der ayurvedischen Medizin auf den Punkt. Dass sich dahinter schier unzählige Lehren, Ansätze und Techniken verbergen, merkt der Zuschauer des Films recht schnell. Denn Ayurveda ist ein komplexes, äußerst vielschichtiges Heilverfahren. Die traditionelle Heilkunst setzt sich unter anderem aus Massage- und Reinigungstechniken, einer eigenen, tiefgehenden Ernährungslehre sowie einer spirituellen Yoga-Praxis zusammen.

Hinzu kommen dutzende Prinzipien hinsichtlich der Verwendung von heilenden Pflanzen als Arznei. Frindel überfordert den Zuschauer allerdings nicht mit einer Flut an Informationen sondern legt seinen Schwerpunkt auf das Wesentliche: er konzentriert sich auf die wichtigsten Elemente und Verfahren und arbeitet diese für den Betrachter konzentriert und besonnen heraus. Darüber hinaus begleitet er Dr. Lad etwa zu Fort- und Weiterbildungen angehender Ayurveda-Medizinern und ist hautnah dabei, wenn Lad seine Patienten behandelt. In diesen sehr intimen "Sitzungen" erfährt der Betrachter am nachdrücklichsten, wie Lad arbeitet und was Ayurveda ausmacht.

"Richtiges Essen ist die richtige Medizin", so lautet ein Grundprinzip in Lads ganzheitlichem Ansatz. Im Film ist zu sehen, wie er diesen Satz ganz zu Beginn seiner "Mission" in den USA bei einem Vortrag zu einer skeptisch dreinblickenden Gruppe von Zuhörern sagt. Der Film beinhaltet vieler solcher spannenden Original-Aufnahmen aus Privat- und Behördenarchiven, gerade aus jenen Anfangstagen aus den 70er-Jahren. Eine Zeit, in der man im Westen noch nie etwas von Ayurveda gehört hatte. Und viele, wie eine andere Szene aus einem frühen Seminar nahe legt, den Begriff noch nicht einmal korrekt aussprechen und schreiben konnten.

Fazit: "Der Doktor aus Indien" ist ein mit reichlich spannendem Archivmaterial angereicherter, mit Leidenschaft für sein Sujet umgesetzter Film. Reich an Stimmungen und Eindrücken, bringt die Doku dem Zuschauer die Kunst der alternativen indischen Heilmethode näher.




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